Ärger über weite Anfahrt zu den Impfstellen in NÖ. Niederösterreicher kritisieren, dass über-80-Jährige teilweise viele Kilometer fahren müssen, um sich gegen Corona impfen lassen zu können. Viele bekamen bei der Anmeldung diesmal zwar einen Termin, aber keinen in der Nähe.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 18. Februar 2021 (13:19)
Symbolbild
APA (Land OÖ)

Einen Termin für die Corona-Impfung konnten gestern viele über-80-Jährige ergattern. Bei vielen Landsleuten ist der Ärger über den Ablauf der Anmeldung trotzdem wieder groß, wie viele Briefe im NÖN-Postfach zeigen. 

Grund dafür ist in den meisten Fällen die weite Entfernung der Impfstellen zum Wohnort: "Ich bezeichne es als Frechheit, dass ich meine 82-jährige Mutter von Wiener Neustadt nach Kirchschlag fahren muss, weil das der nächst verfügbare Ort für einen Impfung war, genau fünf Minuten nach Beginn der Anmeldung und die fünf Minuten war ich in einer Warteschleife", ärgert sich etwa ein Wiener Neustädter. Unverständnis gibt es darüber, dass nach Eingabe der Postleitzahl nicht automatisch Termine in der Nähe angezeigt werden. Andere Leserinnen und Leser hätten sich mehr Impfstraßen gewünscht oder, dass in Spitälern geimpft wird, anstatt bei einzelnen niedergelassenen Ärzten. 

Insgesamt gibt es momentan rund 100 Impfstellen in Niederösterreich. Hinter der Verteilung des Impfstoffes auf diese Standorte steckt laut Notruf-Sprecher Stefan Spielbichler eine komplexe Berechnung: Einwohnerzahl und Zahl der Vorregistrierten werden dabei berücksichtigt. In jeder Gemeinde eine Impfstelle anzubieten, sei bei rund 4.000 Impfdosen, die pro Woche zur Verfügung stehen, noch nicht möglich. Hinzu kommt, dass der geöffnete Impfstoff schnell verbraucht werden muss und kaum transportiert werden darf. 

Leser fühlen sich an Konzertkarten-Kauf erinnert

Ebenfalls für Verwunderung sorgten bei einigen Leserinnen und Lesern Formulierungen auf der Anmeldeplattform, die an die Vergabe von Konzertkarten erinnert: “Das Event beginnt um 10 Uhr hieß es. Gleichzeitig lief der Countdown", schilderte etwa eine Leserin. "Das Ganze hat den Charakter eines Glückspiels und vermittelt in keiner Weise die nötige Seriosität, die für eine Impfung erforderlich wäre", findet eine Biedermannsdorferin (Bezirk Mödling). 

Es gibt immer noch einzelne Termine

Von den rund 34.000 Terminen, die seit Mittwoch 10 Uhr vergeben wurden, sind heute 13 Uhr noch ein paar hundert übrig.