Gratis-Grippeimpfung "frühestens im Dezember". In den letzten Tagen erschienen laut Aussendung der NÖ Ärztekammer "zum Teil irreführende Meldungen über die kostenlose Grippeimpfaktion des Landes Niederösterreich in diversen Medien", daher meldete sich Kammer-Präsident Christoph Reisner am Mittwoch zu Wort.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 21. Oktober 2020 (16:42)
Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer für NÖ (links), und Vizepräsident Dietmar Baumgartner appellieren an die Bevölkerung und stellten in einer Aussendung einiges zur kostenlosen Grippeimpfaktion klar.
Raimo Rumpler (Reisner), zVg (Baumgartner)

Wegen der vom Land NÖ angekündigten kostenlosen Grippeimpfung würden "Hunderte Anrufe bei Ärzten die Telefonleitungen der Ordinationen blockieren". Daher hielt Niederösterreichs Ärztekammer-Chef Christoph Reisner in der Aussendung am Mittwoch fest: „Das Land NÖ wird nach heutigem Stand frühestens ab Mitte Dezember 80.000 Grippeimpfstoffe zur Verfügung stellen.“ Diese Impfstoffe müssten dann aber erst abgezählt, verpackt und gekühlt zu den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten geliefert werden.

„Bis die Impfaktion in den Ordinationen starten kann, wird es im besten Fall kurz vor Weihnachten sein, in manchen Fällen auch Jänner – je nach dem, wann geliefert wird“, stellte Reisner klar. Und appellierte: „An der Gratisimpfaktion interessierte Patientinnen und Patienten werden dringend ersucht, nicht vor Dezember in den Ordinationen anzurufen, um Bedarf an der Impfung anzumelden.“

Baumgartner: Viele Details noch offen

Vizepräsident und Kurienobmann Dietmar Baumgartner wird in der Aussendung wie folgt zitiert: „Nachdem das Land kurzfristig noch 80.000 Impfdosen bestellen konnte, hat man uns ersucht, die Verteilung zu übernehmen, was wir zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten auch zugesagt haben.“ Zum aktuellen Zeitpunkt seien aber viele Details wie beispielsweise die exakte Zielgruppe oder die Höhe des Impfhonorars noch nicht festgelegt.

Fix sei laut Baumgartner, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Betriebsärzte erst ab Montag dem 2. November ihre Teilnahme und den voraussichtlichen Bedarf über ein elektronisches Abfragetool in der NÖ Ärztekammer anmelden können. Dafür werden diese persönlich angeschrieben und informiert.

Appell: Telefonleitungen für Kranke freihalten

Seit gestern Dienstag würden sich sehr viele Niederösterreicher bei ihrem Hausarzt melden und Details zur Impfaktion erfragen bzw. wollen im Idealfall gleich einen Termin für die Gratisgrippeimpfung vereinbaren. Dafür sei es definitiv zu früh. 

"Nicht einmal wir wissen im Moment, wie viele Impfstoffe jeder Arzt und vor allem wann er sie geliefert bekommt. Wir bitten daher die Bevölkerung zuzuwarten bis der Liefertermin geklärt ist und die Telefonleitungen für kranke Menschen und Notfälle freizuhalten“, appellierte Reisner in der Aussendung abschließend an die Bevölkerung.