AK will EU-Gelder von Bauern zu Jugend umschichten. Die Arbeiterkammer hat ihre Forderung erneuert, die Agrar-Fördergelder der EU für die gesamte Bevölkerung im ländlichen Raum zu öffnen. Zudem brauche es im EU-Budget einen "Kurswechsel": Dass derzeit 40 Prozent der Mittel an die Landwirtschaft gingen, "ist angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Situation nicht akzeptabel", sagte Günther Chaloupek von der AK am Donnerstag.

Erstellt am 01. November 2012 (15:02)

Blieben die Ausgaben für die Landwirtschaft im kommenden Finanzrahmen gleich, würden automatisch andere Bereiche gestrichen, "die viel wichtiger sind, zum Beispiel die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Ausbau von Infrastruktur", so der Wirtschaftsbereichsleiter der AK-Wien, vor den entscheidenden Verhandlungen zum mehrjährigen EU-Finanzrahmen von 2014-2020 Ende November.

40 Mrd. Euro sollen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit über einen eigenen Fonds oder als Aufstockung des Europäischen Sozialfonds bereitgestellt werden - und diese will die AK "speziell"über die Direktzahlungen der Landwirtschaft - also der Säule 1 der Agrarpolitik - aufgestellt wissen.

Der niederösterreichische Bauernbund kritisierte die Forderung der AK in einer Reaktion massiv. "Würden diese Forderungen umgesetzt, wären zehntausende Landwirte in Österreich in ihrer Existenz gefährdet", sagte Direktorin Klaudia Tanner am Donnerstag in einer Aussendung. Die Arbeiterkammer agiere daher "nicht im Gesamtinteresse Österreichs".

Auch Landwirtschaftsminister Berlakovich betonte zuletzt, "das EU-Agrarbudget darf nicht gekürzt werden". Kürzungen im Agrarbudget würden "alle Menschen spüren. Auf dem Spiel stehen bis zu 120.000 Arbeitsplätze".