FSG baut Absolute weiter aus. FSG-Spitzenkandidat Markus Wieser holte Sieg. FCG mit Verlust. Die Wahlbeteiligung war gering.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 09. April 2019 (02:21)
AKNÖ; Kromus; FA-FPÖ
Links: Die FSG von AKNÖ-Präsident Markus Wieser hat die Führung ausgebaut.; Mitte: Die NÖAAB-FCG von AKNÖ-Vizepräsident Josef Hager hat Stimmen verloren.; Rechts: Die FA-FPÖ unter Obmann Gerhard Scherz verzeichnen eichte Zugewinne.

Groß war der Jubel der Anwesenden, als die Wahlkommissions-Vorsitzende Brigitte Adler in der AK-Zentrale in St. Pölten ans Rednerpult trat, um das vorläufige Wahlergebnis zu präsentieren. Und der Jubel wurde noch größer, als Adler das Ergebnis der Sozialdemokratischen Gewerkschafter FSG verkündete: Mit 61,9 Prozent hat die sozialdemokratische Fraktion im Vergleich zur letzten Wahl 2014 um drei Prozent zugelegt.

Etwas ernüchtert nahmen hingegen die christlichen Gewerkschafter NÖAAB-FCG das Wahlresultat entgegen: Mit einem Minus von zwei Prozent war Spitzenkandidat Josef Hager weniger zufrieden. Hager und NÖAAB-Landesobmann Wolfgang Sobotka hatten sich im Wahlkampf schwer ins Zeug gelegt, immer wieder den komplizierten Wahlmodus kritisiert. Auch, weil dieser für die niedrige Wahlbeteiligung bei den AK-Wahlen mitverantwortlich sei.

Quelle: AK NÖ; Foto: I‘m friday/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Mit nur 38 Prozent Wahlbeteiligung sank dieser Wert in NÖ 2019 auf einen Tiefstand: Im Jahr 2014 lag die Wahlbeteiligung bei 40,9 Prozent, 2009 waren noch 47,6 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen geschritten.

Bei der aktuellen Wahl leicht dazugewonnen haben die Freiheitlichen Arbeitnehmer FA-FPÖ, sie konnten 10,3 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. In der Arbeiterkammer-Vollversammlung werden neben FSG, FCG und FA noch die Liste AUGE/UG, die Grünen GewerkschafterInnen NÖ und die Liste Perspektive vertreten sein.

Laut AKNÖ-Präsident Markus Wieser zeige der Wahlsieg der FSG, „wie wichtig eine unabhängige Arbeitnehmervertretung ist“. An die anderen Fraktionen richtet er die Bitte, man möge die Parteipolitik aus der AKNÖ herauslassen und dafür lieber bessere Arbeitnehmerpolitik machen.

Quelle: AK NÖ; NÖN-Grafik: Bischof

FCG-Spitzenkandidat und AKNÖ-Vizepräsident Josef Hager nennt das Wahlergebnis „nicht erfreulich“. Man werde es aber akzeptieren und weiterhin für ein Miteinander stehen. „Das kann ich dir versichern“, sagte Hager an Wieser gerichtet.

FA-FPÖ-Landesobmann Gerhard Scherzer freut sich, dass seine Fraktion mit 10,2 Prozent der abgegebenen Stimmen erstmals zweistellig ist. „Das ist unser bestes Ergebnis in Niederösterreich. Ich hoffe, wir werden die nächsten fünf Jahre gut zusammenarbeiten.“

Im neuen Vorstand der AKNÖ werden künftig zehn Vertreter der FSG sitzen, drei der FCG und einer der FA.

Was die sinkende Wahlbeteiligung betrifft, liegt NÖ im Trend: Auch in Oberösterreich, dem Burgenland, Kärnten, Salzburg und Tirol haben weniger Arbeitnehmer als 2014 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Gestiegen ist die Wahlbeteiligung nur in Vorarlberg und Wien, die Steiermark wählt bis 10. April.

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