Als Tester im Einsatz. Damit Menschen mit Verdacht auf Covid-19 nicht ins Krankenhaus gefahren und dort getestet werden müssen, gibt es seit Anfang März mobile Teams der Rettungsorganisationen, die Test vor Ort machen. Einer der Tester ist Fabian Pruckner aus Waidhofen/Thaya.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 25. März 2020 (09:53)
Fabian Pruckner ist Techniker und freiwilliger Notfallsanitäter in Waidhofen/Thaya. Zurzeit nimmt er Proben bei Covid-19-Verdachtsfällen.
RK NÖ/Waidhofen/Thaya

Seit 3. März sind in Niederösterreich Teams des Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes unterwegs und führen Tests an Verdachtspersonen zu Hause durch.

Aus den anfangs vier Teams wurden immer mehr und mehr. Mittlerweile sind in den mobilen Teams mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Dienstag betonte. Einer von ihnen ist Fabian Pruckner vom Roten Kreuz Niederösterreich. Der Techniker ist 23 Jahre und als freiwilliger Notfallsanitäter seit 2016 an der Bezirksstelle Waidhofen/Thaya.  

Warum werden mobile Covid-19-Tests in Niederösterreich durchgeführt?
Um Transporte von COVID-19-Verdachtsfällen zum Zweck der Probennahme in den Kliniken nach Möglichkeit zu vermeiden, führt das Rote Kreuz Niederösterreich im Auftrag der Gesundheitsbehörden Abnahmen von Abstrichen durch. Auch das Rote Kreuz Waidhofen an der Thaya stellt diese Abnahmeteams.  

Sie fahren dabei direkt zu den Menschen, die vielleicht an Covid-19 erkrankt sind, nach Hause und nehmen eine Probe? Warum machen Sie das?
Für mich als freiwilliger Mitarbeiter war es von Anfang an klar, mich dieser neuen Herausforderung zu stellen. Außerdem kann ich mit den Abnahmen zu einer Minimierung der Ausbreitung, aber auch zu einer gewissen Aufklärung zu diesem Thema beitragen. 

Was ist vor einem Einsatz zu tun? 
Bevor ich die Dienststelle verlasse, stelle ich sicher, dass genügend Schutzausrüstung und Probenmaterial vorhanden sind. Für jeden Auftrag steht im Leitstellensystem ein druckbarer Probenbegleitschein zur Verfügung.  

Wie ist es, wenn Sie zu den Menschen nach Hause kommen? Vermutlich oft auch zu Menschen, die Angst haben, dass sie sich angesteckt haben könnten? Wie reagieren die Menschen auf Sie?
Die Reaktionen der Patienten sind durchwegs positiv. Sie sind froh über unseren Besuch, um Gewissheit über ihren Gesundheitszustand zu haben. 

Viele sind verwundert, wie schnell unsere Organisation auf die Aufträge reagiert. Oft werden noch am selben Tag Probenabnahmen durchgeführt.

Und was passiert, wenn Sie das Haus verlassen haben?
Nach der Probenentnahme werfe ich die Schutzausrüstung in einen eigens dafür vorgesehenen Abfalleimer und desinfiziere meine Hände sowie alle Kontaktflächen des Fahrzeuges.

Die Probe kommt im Anschluss in das Universitätsklinikum St. Pölten, wo sie in der Regel innerhalb von 48 Stunden ausgewertet wird.