Johannes Pressl ist neuer NÖ-Gemeindebund-Präsident

Mit 99,5 Prozent wurde der Mostviertler Johannes Pressl an die Spitze des Verbandes gewählt. Er löst damit nach 20 Jahren Alfred Riedl ab, der zum Ehrenpräsident ernannt wurde. Als Ziele für die Gemeinden gab Pressl aus: Mehr reden, Verantwortung übernehmen und Neues probieren.

Lisa Röhrer
Lisa Röhrer Aktualisiert am 30. Juni 2021 | 10:59
Johannes Pressl ist neuer NÖ-Gemeindebund-Präsident
Generationenwechsel im Gemeindebund: Johannes Pressl löste Alfred Riedl ab.
Foto: Erich Marschik

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Beim Festakt im Wolkenturm in Grafenegg übergab Alfred Riedl das Zepter an Johannes Pressl.
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"Ein Mann mit ungeheurer Seriosität, jemand, der nicht nachgibt, solange er sein Gegenüber nicht überzeugt hat": So beschreibt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka den Mostviertler Bürgermeister Johannes Pressl. Und damit habe Pressl einiges mit dem langjährigen Gemeindebund-Präsidenten Alfred Riedl gemeinsam, den er heute an der Spitze des Verbandes ablöste.

Alfred Riedl stand nach 20 Jahren nicht mehr als Präsident des NÖ-Gemeindebundes zur Wahl. "Es ist Zeit, das Zepter in jüngere Hände zu übergeben", sagte er in seiner Abschiedsrede bei einem Festakt in Grafenegg (Bezirk Tulln).

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Johannes Pressl ist neuer Gemeindebund-Präsident.
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Johannes Pressl, studierter Agrar-Ökonom und Bürgermeister in Ardagger im Bezirk Amstetten, wurde mit 99,5 Prozent der Delegierten-Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt. Riedl bleibt dem österreichischen Gemeindebund als Chef erhalten. "Das wird ein gutes Doppelpass-Spiel", meinte Pressl mit Blick in die Zukunft.

Der frisch gewählte NÖ-Gemeindebund-Präsident steckte sich auch schon erste Ziele: Er will in Zukunft "noch mehr untereinander reden", die Autonomie der Gemeinden stärken und Neues ausprobieren. Er sieht die Gemeinden als "demokratiepolitische Nahversorger" und will sich dafür einsetzen, dass es genügend Bürgermeister-Nachwuchs gibt.

Von Riedl habe er in den vergangenen Jahren vieles lernen können, sagte Pressl. Als erste "Amtshandlung" ernannte er den Grafenwörther zum Ehrenpräsidenten des NÖ-Gemeindebundes. 

Mikl-Leitner über Riedl: "Immer ehrlich, manchmal laut"

Auf die Errungenschaften Riedls machten auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka aufmerksam. "Ohne dich wäre Niederösterreich heute nicht das, was es ist", sagte Mikl-Leitner, die Riedl als "harten Verhandlungspartner und Verfechter der Interessen der Gemeinden" beschrieb. 

Riedl: "Traut den Gemeinden mehr zu!"

Riedl, der sich für "20 wunderbare Jahre bedankte", nutzte die Amtsübergabe auch für einen Appell: "Traut den Gemeinden mehr zu", forderte er.

Sie seien die Orte - und Bürgermeister die Menschen -, die für Bürgernähe sorgen und transparente Entscheidungen treffen. Ihre Wichtigkeit hätten die Kommunen durch das Aufrechterhalten der Daseinsvorsorge oder die rasche Organisation der Massentests in der Corona-Krise deutlich unter Beweis gestellt.

Gemeindebund hat zwei neue Vizepräsidenten

Neben Riedl wurde auch Karl Moser aus Yspertal (Bezirk Melk) nach 20 Jahre als Vizepräsident des NÖ-Gemeindebundes in dieser Funktion verabschiedet. Neben der bereits amtierenden Vizepräsidentin Brigitte Ribisch aus Laa an der Thaya (Bezirk Mistelbach) wurden zwei neue Vizepräsidenten gewählt: Josef Balber aus Altenmarkt an der Triesting (Bezirk Baden) und Stefan Seif aus Senftenberg (Bezirk Krems).