Unterschiede bei Bereitschaftsdiensten in NÖ. NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann ortet einen alarmierenden Notstand.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 11. Februar 2020 (01:55)
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Für gesundheitliche Probleme am Wochenende und an Feiertagen gibt es einen ärztlichen Bereitschaftsdienst. Während dieser in manchen Gemeinden besser besetzt ist als noch Ende 2019, gibt es in manchen Gemeinden des Weinviertels viel weniger Dienste. „In acht Sprengeln stehen überhaupt keine Ärztinnen und Ärzte mehr zur Verfügung“, kritisiert NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann nach einer Anfrage.

Die Folge: Patienten würden in Ambulanzen abwandern. „Dort kostet dann jeder Handgriff vier Mal so viel wie beim Hausarzt, und für echte Notfälle stehen weniger Zeit und Personal zur Verfügung.“ Neben einer besseren Honorierung und weniger Bürokratie brauche es ein rasches Umdenken in der Politik und mehr Primärversorgung.

Warum nicht überall in NÖ genug Ärzte mitmachen? „Es ist ein komplexes Thema“, sagt Max Wudy, erster Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte. Die Bereitschaftspauschale beträgt 150 Euro pro Tag. Die Bürokratie ist ein Thema. Sinnvoll wäre aber auch eine Änderung der Sprengel. Manche Ärzte kommen alle zwei Wochenenden an die Reihe, so Wudy. Funktioniert hat das bei den Nachtdiensten, die vom Notruf NÖ organisiert werden. Probleme wie beim Wochenenddienst hat man hier nicht, obwohl die Honorare nicht viel höher seien. Ein Pluspunkt sei das einfache Buchungs- und Abrechnungssystem.

Allgemeinmedizin aufwerten

Ein weiteres Problem sei laut Wudy auch die fehlende Wertschätzung. Immer wieder gebe es Patienten, die mit nicht dringenden Anliegen kommen. Etwa wegen Bestätigungen oder für eine zweite Meinung. Und: Die Allgemeinmedizin müsste aufgewertet werden.

Dazu kommt, dass die Bevölkerung gewachsen ist, die Zahl der Älteren sich verdoppelt hat. Die Folge: „Die Belastung unter der Woche ist explodiert.“ So brauchen Ärzte das Wochenende zur Erholung noch viel mehr.