Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich. 384.298 Menschen in Österreich waren Ende Jänner ohne Arbeit, um 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig war aber auch die Anzahl der Beschäftigten um 55.000 höher als vor einem Jahr - damit sei Österreich eines der wenigen Länder in der EU mit einer stark steigenden Beschäftigung, betonte das Sozialministerium.

Erstellt am 01. Februar 2012 (13:02)

384.298 Menschen in Österreich waren Ende Jänner ohne Arbeit, um 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig war aber auch die Anzahl der Beschäftigten um 55.000 höher als vor einem Jahr - damit sei Österreich eines der wenigen Länder in der EU mit einer stark steigenden Beschäftigung, betonte das Sozialministerium.

Von den Menschen, die derzeit keine Arbeit haben, sind 318.027 als Arbeitslose registriert (+8.443 oder +2,7 Prozent), 66.271 nehmen an Schulungen teil. Damit ist die Anzahl der Schulungsteilnehmer im Jahresabstand um 4,2 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote beträgt nach österreichischer Berechnungsmethode 8,6 Prozent und ist damit um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

Frauen (+4,7 Prozent) sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer (+1,7 Prozent). Das liegt daran, dass in einigen männerdominierten Wirtschaftszweigen die Arbeitslosigkeit noch immer sinkt. Bei der Leiharbeit stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten von allen Branchen mit +10,1 Prozent. Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit auch im Dienstleistungsbereich. Im Tourismus nahm sie trotz guter Schneelage um 5,8 Prozent zu, im Handel um 5 Prozent.

Die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis 24 Jahre) stieg im Jänner mit einem Plus von 3 Prozent auf rund 47.700 überproportional stark, sie ist aber mit einer Quote von 8,2 Prozent (nach EU-Berechnung) immer noch die zweitniedrigste in der EU. Überdurchschnittlich stark gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen, sie nahm im Jahresabstand um 6,8 Prozent (4.472 Personen) zu. Andererseits nimmt die Anzahl der über 50-Jährigen am Arbeitsmarkt stark zu.

In Vorarlberg (-6,1 Prozent), Oberösterreich (-2,2 Prozent) und Kärnten (-0,1 Prozent) ist die Arbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) zurückgegangen, in allen anderen Bundesländern hat sie zugenommen. Den stärksten Anstieg gab es in Wien (+5,1 Prozent).

"Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil", kommentierte Sozialminister Hundstorfer (SPÖ) die aktuellen Zahlen. Sollte sich die Konjunktursituation verschärfen, sei "zur Stunde" genug Geld vorhanden, um mit Kurzarbeit reagieren zu können, sagte Hundstorfer in einem Interview mit dem Ö1-"Mittagsjournal".