Ansturm wegen Masterplan. Dem Ländlichen Raum mangelt es an Arbeit und Chancen. Dadurch gehen Innovation und Kreativität verloren. Region Wiener Neustadt will um Bundesstellen werben.

Von Christoph Reiterer und Martin Gebhart. Erstellt am 01. August 2017 (02:10)
NLK
Masterplan präsentiert: Bürgermeister Anton Gonaus (Kirchberg/Pielach), Hannes Neuhauser (Tirol), Uni-Professor Peter Filzmaier, Elisabeth Gürtler, Bürgermeister Helmut Laab (Stockerau), Landtagspräsidentin Manuela Khom (Steiermark), die Minister Andrä Rupprechter und Sophie Karmasin, Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Minister Wolfgang Brandstetter, Schirmherr Erwin Pröll, Uni-Professor Gottfried Haber.

Jedes Jahr verliert der ländliche Raum 5.000 gut gebildete junge Menschen. Um dieser schleichenden Ausdünnung entgegenzuwirken, formulierten seit Jahresbeginn rund 3.000 Teilnehmer und Experten 2.000 konkrete Ideen und Maßnahmen für die Zukunft des Ländlichen Raums zu einem gemeinsamen Masterplan. Das Interesse war enorm, als dieser in der Vorwoche in der Korneuburger Werfthalle präsentiert wurde. An die 1.500 Zuhörer kamen zu dieser Veranstaltung.

„Es besteht ein Abwanderungsdruck, aber man soll den ländlichen Raum nicht krank reden, denn es ist ein gewaltiges Potenzial da. Das gilt es zu entwickeln“, betonte Initiator Bundesminister Andrä Rupprechter. Die Bandbreite des von Politikwissenschaftler Peter Filzmaier und Ökonom Gottfried Haber wissenschaftlich begleiteten Masterplans umfasst 20 Schwerpunkte und reicht von der Digitalisierung bis zur Dezentralisierung, von der Energiewende bis zum Ehrenamt, von der Kinderbetreuung bis zur Kultur, von Gesundheit bis zu Green Care. Schritt für Schritt soll nun umgesetzt werden.

Sie habe eine Vereinbarung mit Minister Wolfgang Sobotka getroffen, wonach 200 Jobs aus dem Innenministerium nach Niederösterreich übersiedeln, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Hinblick auf das Thema „Dezentralisierung“. Aktuell befinden sich nur fünf Prozent der Bundesinstitutionen in den Bundesländern. Man müsse den Rechenstift mit den Traditionen in Einklang bringen, sprach Erwin Pröll, Schirmherr des Masterplans, von „starken Fehlentwicklungen“ in der Vergangenheit.

Einig war man sich, dass keine künftige Regierung an dem Masterplan vorbei könne. Einige Regionsvertreter unter den Zuhörern wollen auch sofort die Initiative ergreifen. So will etwa VP-Nationalratsabgeordneter Hans Rädler für seine Regionen Bucklige Welt und Piestingtal aufzeigen, wenn es um die Verlagerung von Bundesdienststellen in Bundesländer geht.