Anwalt will Immofinanz-Staatsanwalt ablehnen. Am siebenten Verhandlungstag im Immofinanz-Prozess hat der Anwalt des angeklagten Ex-Immofinanz-Aufsichtsratspräsidenten Helmut Schwager den Staatsanwalt ins Visier genommen. Schwagers Anwalt Georg Zanger hielt zu Beginn der Verhandlung eine längere Rede und beantragte schließlich, Staatsanwalt Volkert Sackmann wegen Befangenheit abzulehnen. Der Staatsanwalt wies die Vorwürfe zurück

Erstellt am 01. Februar 2013 (12:35)
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Die Anklage wirft Schwager, Karl Petrikovics und Norbert Gertner vor, sie hätten durch geheimgehaltene Aktientransaktionen Untreue begangen. Insgesamt geht es um einen Gewinn für die drei Angeklagten von rund 20 Millionen Euro. Da die drei Männer innerhalb der Constantia Privatbank (CPB) und der Immofinanz/Immoeast Führungspositionen hatten, und diese ausgenutzt hätten zum Nachteil der Gesellschaften, wird ihnen auch die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Petrikovics und Schwager weisen die Vorwürfe zurück, Gertners Verfahren ist wegen dessen Erkrankung ausgeschieden.

Schwagers Anwalt Zanger warf dem Staatsanwalt vor, er habe für die Angeklagten entlastende Beweise dem Gericht vorgehalten. Der Staatsanwalt verstoße damit gegen das Objektivitätsgebot und verhindere ein faires Verfahren, ritt er schwere Vorwürfe gegen den Anklagevertreter. Zanger behauptete, dass die Konstruktion der CPB mit den zahlreichen 19-Prozent-Tochtergesellschaften nur eine Scheinkonstruktion war. Laut Schwagers Anwalt habe daher "die Transferierung von Geldbeträgen innerhalb des Gesamtkonzerns zu keiner Veränderung der Vermögenslage des Konzerns und insbesondere auch zu keinem Schaden geführt", weswegen die Angeklagten keine Untreue begangen hätten. Der Staatsanwalt habe einen Zwischenbericht des Bundeskriminalamts (BKA), der seine Angaben über das Firmenkonstrukt der Bank stütze, dem Gericht vorenthalten, klagte Zanger.

Staatsanwalt Sackmann konterte umgehend: "Schaden bleibt Schaden". Eine Verschiebung des Schadens in die Bank ändere nichts am Verlust. "Die Verteidigung will hier einen Staatsanwalt loswerden, der das System durchschaut hat".