Klaus Küng: "Ostern ist eine Chance“. Das Auferstehungsfest sieht Klaus Küng als Gelegenheit, den inneren Kompass in einer lauten Zeit neu auszurichten. Für ihn selbst könnte es das letzte Osterfest als Bischof sein.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 27. März 2018 (00:11)
Erich Marschik
Bischof Klaus Küng: Letztes Osterfest als Bischof?

Für einen Appell an die Niederösterreicher, ihren „inneren Kompass neu auszurichten“ nutzt der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng das bevorstehende Osterfest. „Unsere Zeit ist sehr laut, die Werbung zu Kauf und Konsum sehr vereinnahmend. Viele sind wie Gefangene zwischen Beruf und Bedürfnis nach Freizeit und Erholung“, erklärt Küng. Früher oder später zeige sich für jeden, dass ein solches Fundament des Lebens auf Dauer zu dünn sei. Der Glaube an die Auferstehung von Jesus Christus und die damit verbundene Botschaft eröffne eine ganz andere Perspektive.

Küng verweist dabei auch auf die Worte von Papst Benedikt, der die Auferstehungsgeschichte so beschrieb: „Die Auferstehung ist weder ein Mythos noch ein Traum, weder eine Vision noch eine Utopie, sie ist kein Märchen, sondern ein einmaliges und unwiederholbares Ereignis: Jesus von Nazareth, der Sohn Marias, hat siegreich das Grab verlassen.“ Mit diesem historischen Ereignis verbinde sich für Christen die Botschaft, dass Christus Gottes Sohn sei, der gekommen ist, uns vor dem endgültigen Tod zu retten.

"Ich war immer wieder tief beeindruckt"

„Durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat Christus die Sünde besiegt und damit den Tod, der eine Folge des Fehlverhaltens des Menschen ist. Ostern erfüllt uns mit der Hoffnung, dass auch wir mit Christus die Sünde überwinden werden und so der Tod nicht das letzte Wort hat“, so der Bischof. Die Menschen fühlen sich von der Osterbotschaft angezogen. „Ich war immer wieder tief beeindruckt von der Teilnahme der Gläubigen in der Osterliturgie, ganz besonders im St. Pöltner Dom. Aber im ganzen Land sind in der Osternacht und in den Auferstehungsfeiern die Kirchen voll.“

Diese rege Teilnahme sieht Küng als Zeichen dafür, dass fast jeder Mensch die Sehnsucht nach einem mit Gott verbundenen Leben verspüre. Generell beobachtet Küng derzeit zwei Entwicklungen: „Die eine ist eine Bewegung weg von der Kirche, weg vom Glauben. Viele Menschen leben heute, als ob es Gott nicht gäbe. Gleichzeitig verspüren wir auch eine Sammelbewegung, eine echte Erneuerung, die in vielen Pfarren, Gemeinden und Gemeinschaften stattfindet.“

Für Küng ist das Osterfest diesmal auch von der Nachfolgefrage begleitet. Er hatte bereits im NÖN-Exklusivinterview im Jänner erklärt, dass er noch heuer die Nachbesetzung des Bischofsamtes in St. Pölten erwarte. Bis zum Ende seiner Amtszeit werde er seine Aufgaben „verantwortungsbewusst wahrnehmen“, versicherte Küng damals.