NÖ ist Energie-Vorbild für den Bund. 100 Prozent des Stroms in Österreich sollen ab 2030 aus Erneuerbarer Energie gewonnen werden. In Niederösterreich gelingt das schon seit 2015. Darüber und über den gemeinsamen Kampf gegen die Atomkraft sprach Stephan Pernkopf mit Umwelt-Ministerin Leonore Gewessler.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. Februar 2020 (09:35)
Beim Arbeitsgespräch: Stephan Pernkopf und Leonore Gewessler.
BMK

"Die Klimaneutralität 2040 ist ein großes Ziel, an dem wir mit großer Energie arbeiten. Schon 2030 soll Österreich zu 100 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie beziehen. Zentral ist auch der Ausstieg aus Heizöl und Kohle bis 2035. Diese Ziele können wir nur gemeinsam meistern. Dazu ist mir der gute Austausch und die Zusammenarbeit mit den Ländern besonders wichtig. Es freut mich, dass sich Niederösterreich hier ambitioniert einbringen will“, sagte Bundesministerin Leonore Gewessler zu Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf in Wien. Dort trafen die beiden einander zum ersten Arbeitsgespräch über Klumaschutz, den Ausbau der Erneuerbaren Energie und den gemeinsamen Kampf gegen die Atomkraft. 

„Allein in den letzten beiden Jahren wurden durch den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft zusätzlich Strom aus Erneuerbarer Energie für über 120.000 Haushalte produziert, während gleichzeitig das Kohlekraftwerk Dürnrohr abgeschaltet wurde. Wir wollen Vorreiter und Vorbild für andere sein, denn die wichtigen Klima- und Energieziele können wir nur gemeinsam erreichen. In den nächsten Jahren werden wir die Photovoltaik-Leistung in Niederösterreich verzehnfachen,“ erklärte Pernkopf.

Gemeinsame Wärme-Strategie soll erarbeitet werden

Grundlage für die Wende hin zu umweltfreundlicheren Energien ist das Erneuerbaren-Ausbaugesetz (EAG), das aktuell im Ministerium ausgearbeitet und noch heuer finalisiert wird. Die Bundesregierung bekennt sich klar zum Ausbau aller Formen heimischer erneuerbarer Energieträger. Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bei Heizsystemen ist ein Umstieg im Sinne des Klimaschutzes, der sozial gerecht und mittels Anreizen umgesetzt wird. "Wichtig ist, auch hier heimische Ressourcen zu nutzen und mit allen Bundesländern gemeinsam eine österreichische Wärmestrategie mit der Ziel der vollständigen Dekarbonisierung umzusetzen", waren sich Gewessler und Pernkopf einig.

„Wir wollen das Klima und die Umwelt schützen und damit auch Chancen für unsere Betriebe nützen und Arbeitsplätze schaffen. Diesen ökosozialen Ansatz begrüße und unterstütze ich sehr. Denn wer, wenn nicht wir in Österreich hat so gute Voraussetzung dafür,“ meinte Pernkopf.

"Setzen die Anti-Atom-Linie konsequent fort"

Wichtiges Thema des Gesprächs war auch der entschlossene Kampf gegen die Atomkraft, speziell im Zuge einer geplanten Inbetriebnahme des AKW Mochovce – Block 3 in der Slowakei, der Ausbau des AKW Dukovany in Tschechien sowie die Suche eines geplanten Atommüll-Endlagers ebenfalls in Tschechien. „Die österreichische Anti-Atom-Linie setzen wir konsequent fort. Die Sicherheit der Menschen zu garantieren, ist uns wichtigstes Anliegen. Wir werden alle politischen, rechtlichen und diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen“, so Gewessler und Pernkopf.