Clubs sind gefragter denn je. Trotz der Mobilitäts-garantie der Autohersteller verzeichnen die Autofahrerclubs ein Mitgliederplus.

Von Melanie Baumgartner und Thomas Vogelleitner. Erstellt am 29. Januar 2019 (02:24)
Zolles/Hofer
Der ARBÖ sorgt immer wiederfür negative Schlagzeilen, allerdings nicht die niederösterreichische Landesorganisation– ein Geldbringer des Clubs!

Totgesagte leben länger! Während der ARBÖ in der Steiermark aufgrund von anhaltenden Finanzproblemen um das Überleben kämpft (Vorarlberg und Kärnten wurden 2015 bzw. 2008 in Konkurs geschickt), steht die Organisation in Niederösterreich gut da. Franz Pfeiffer, Geschäftsführer ARBÖ Niederösterreich: „Wir sind gut aufgestellt, ich bin sehr zufrieden! Wenngleich die Pro-bleme in anderen Bundesländern schon wehtun, die das Gesamte schwächen.“

Ein Blick auf die niederösterreichischen Mitgliederzahlen bestätigt Pfeiffers Arbeit: 2008 82.298 „motorisierte Mitglieder“, 2018 93.655, Tendenz steigend (gegenüber dem Bundestrend). Auch der ÖAMTC kann mehr als zufrieden sein. Ernst Kloboucnik, ÖAMTC-Landesdirektor für Wien, Niederösterreich und Burgenland: „Per Ende 2018 gab es 452.500 Mitglieder in Niederösterreich – das bedeutet gegenüber 2008 ein sattes Plus von 28 Prozent. Aktuell gibt es in 55 Prozent aller blau-gelben Haushalte zumindest ein ÖAMTC-Mitglied.“

ÖAMTC/Postl
Ernst Kloboucnik, ÖAMTC

Über das Geld reden sowohl Franz Pfeiffer als auch Ernst Kloboucnik nicht. Non-Profit-Unternehmen.

ARBÖ/Agentur
Franz Pfeiffer, ARBÖ

Die Autofahrerclubs im Aufwind – trotz der Konkurrenz der Autohersteller (Stichwort: Mobilitätsgarantie)? Franz Pfeiffer weiß die Antwort: „Während bei der Mobilitätsgarantie nur bis zur nächsten Werkstatt abgeschleppt wird, versucht der ARBÖ an Ort und Stelle das Problem am Auto zu beheben – in 90 Prozent der Fälle funktioniert das auch!“

Und Ernst Kloboucnik setzt fort: „Die Motive für eine ÖAMTC-Mitgliedschaft sind vielfältig. Fakt ist, dass der Sicherheitsaspekt einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Vor allem die Hilfe im Ausland ist ganz wichtig!“ Beeindruckend: Der ÖAMTC hat pro Jahr an seinen 28 Dienststellen in Niederösterreich an die 633.000 Kundenkontakte. Und in den ÖAMTC-Fahrtechnikzentren Teesdorf und Melk absolvierten im Vorjahr fast 50.000 Personen ein Fahrsicherheitstraining.

Und wie sieht man bei den Autofahrerclubs das Thema Elektromobilität? „Wir sind bereit dafür, wir sind gerüstet!“ heißt es. Die ÖAMTC-Pannenfahrzeuge werden auch mit
einer „Power-Bank“ für Elektroautos ausgestattet sein – damit eine emissionsfreie Weiterfahrt garantiert ist.