Sorge um Fasan, Rebhuhn und Co.. Niederwild ist bedroht. Jäger wollen bei Gipfel Lösungen erarbeiten.

Von Lisa Röhrer. Update am 10. Oktober 2019 (14:36)
Marcin Perkowski/Shutterstock.com
Der Fasan ist auf Feldern immer seltener zu beobachten.

Wer heute unter 30 ist, hat vielleicht noch nie in seinem Leben ein Rebhuhn gesehen. Der Bestand der Tiere ist – wie bei anderen Niederwildarten – stark zurückgegangen. Ein seltener Anblick ist auf Niederösterreichs Feldern auch der Fasan geworden. Heute gibt es dort um 75 Prozent weniger Tiere zu entdecken als noch vor zehn Jahren. Und auch Feldhasen sind weniger geworden – in den vergangenen Jahren um 62 Prozent. Die Jäger sind alarmiert.

„Diese Niederwildarten sind sogenannte Zeiger. Sie machen den Biodiversitätsverlust deutlich“, weiß Landesjagdverband-Generalsekretärin Sylvia Scherhaufer. Durch Verbauung, Landwirtschaft oder Tourismus, aber auch durch das Insektensterben, das veränderte Klima oder Beutegreifer geht die Artenvielfalt immer weiter zurück.

Tatenlos zusehen wollen die Jäger dabei nicht. „Um dem entgegenzuwirken, muss es eine starke Allianz zwischen Jägerschaft, Land- und Forstwirtschaft sowie der Agrarpolitik geben“, meinen sie. Nächsten Donnerstag, 10. Oktober, wird deshalb der Niederwildgipfel in Krems veranstaltet. „Das Ziel ist, dass wir nach dem Gipfel konkrete Handlungsempfehlungen formulieren, die wir an Politiker überreichen, um der Entwicklung gegenzusteuern“, so Scherhaufer.

NÖ Jagdverband/Georges Schneider)
Landesjägermeister Josef Pröll, Josef Settele (Ko-Vorsitzender des globalen Berichtes des Weltbiodiversitätsrates IPBES), LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Gabriele Obermayr (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus), Klaus Hackländer (Universität für Bodenkultur Wien) und Franz Raab (Direktor LK Niederösterreich). 

Der Niederwildgipfel des NÖ Jagdverbandes ist ein erster Schritt, den Lebensraum für das Niederwild zu erhalten. „Wenn wir jetzt nicht die notwendigen Schritte setzen, könnten Hase, Fasan und Rebhuhn aus unserer Landschaft verschwinden“, so Josef Pröll abschließend. Die Zusammenfassungen der Vorträge vom Niederwildgipfel stehen unter www.noejagdverband.at/niederwildgipfel zur Verfügung.