Ergänzungsanzeige gegen Waldhäusl eingebracht. Der Wiener Rechtsanwalt Georg Zanger hat am Freitag eine Ergänzungsanzeige gegen den niederösterreichischen FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingebracht.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 01. Februar 2019 (17:11)
APA (Archiv)
Gottfried Waldhäusl.

Er ging dabei "auf die jüngsten Vorgänge" in Sachen Asyl-Unterkunft ein, "die in den letzten Tagen geschehen sind".

Mit der unrichtigen Behauptung, dass die Kosten für das Quartier St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) zu hoch seien, habe man Jugendliche neuerlich zu einem Umzug an einen unbekannten Ort gezwungen.

Die Behauptung der hohen Kosten sei deshalb nicht nachvollziehbar, weil die Kosten der Caritas dort nur ein Drittel dessen ausmachten, was Waldhäusl "für Drasenhofen ausgegeben hat", so Zanger in dem der APA vorliegenden Schriftsatz. Die Handlungsweise des Landesrates in Verbindung mit einer Mitarbeiterin des Amtes der NÖ Landesregierung "beeinträchtigt massiv die psychische Gesundheit der Jugendlichen", was offenbar "bewusst in Kauf genommen" werde.

"Gefährdung des Kindeswohls bewusst in Kauf genommen"

Die Jugendlichen würden verstärkt unter massiven Schlafstörungen leiden, was den Betreuern anhand von "bis 3.00 Uhr morgens geführten Telefonate" extrem auffalle. Am Donnerstag habe einer der Bewohner in St. Gabriel einen psychischen Zusammenbruch erlitten und sei deshalb in stationäre Behandlung in der Psychiatrie aufgenommen worden. Der Anwalt übersandte dazu eine Stellungnahme einer Psychotherapeutin für Integrative Gestalttherapie vom Donnerstag.

Es bestehe nunmehr der Verdacht, dass die Gefährdung des Kindeswohls und die damit verbundenen psychischen Krankheiten der Jugendlichen bewusst in Kauf genommen würden, so dass der Verdacht der schweren Körperverletzung und wegen der Gefahr von Dauerschäden bestehe. so Zanger.

Er hatte bereits am 3. Dezember Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg gegen Waldhäusl in der Causa Asyl-Unterkunft in Drasenhofen eingebracht. Er beantragte ein Verfahren einzuleiten und das Verhalten des Landesrates in Richtung Freiheitsentziehung und Missbrauch der Amtsgewalt zu prüfen. Die Mitarbeiterin wurde von Zanger im Jänner u.a. wegen Missbrauchs der Amtsgewalt angezeigt.