Flüchtlinge in Zeltlagern. Innenministerium errichtete drei Zeltlager in Salzburg und Oberösterreich. Lager in Traiskirchen weiter völlig überfüllt.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 18. Mai 2015 (08:58)
Die Flüchtlings-Debatte kocht, seit das Innenministerium Zeltlager in Linz, Thalham und Salzburg errichtet hat, um so mit Notunterkünften den Flüchtlingsansturm zu bewältigen. ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner verteidigte diesen Schritt, weil die große Anzahl neuer Asyl-Werber sonst nicht unterzubringen wäre.
In den Zeltlagern sind insgesamt rund 170 Flüchtlinge untergebracht. Wobei das Ministerium betont, dass es sich um Acht-Mann-Zelte handelt, die nach UNHCR-Standards aufgestellt und eingerichtet sind. Dennoch gab es erneut heftige Kritik von kirchlichen Organisationen und Parteienvertretern.

In NÖ, wo das Lager in Traiskirchen wieder einmal mit fast 1.800 Asyl-Werbern – darunter fast 1.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – aus allen Nähten platzt, zeigt man für die Vorgehensweise von Mikl-Leitner Verständnis, wie Landeshauptmann Erwin Pröll erklärte.

Zusätzlich zu den Zeltlagern wurde wieder das Quartier für Flüchtlinge in Wien-Erdberg geöffnet. Dort können bis zu 300 einquartiert werden.
Innenministeriums-Sprecher Alexander Marakovits betonte am Sonntag, dass die Unterbringung in den drei Zeltlagern nur als letzte Möglichkeit in Anspruch genommen werde, wenn es keine anderen Optionen mehr gebe.