Aufgaben für den Heim-Unterricht sollen weniger werden. Umfrage der Landesschülervertretung zeigte, dass Fülle an Übungen Schüler überfordere. Diese Bilanz zieht auch Bildungslandesrätin Teschl-Hofmeister. Sie versichert, dass die Pädagogen nun verstärkt darauf achten werden, den Umfang zu reduzieren.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 01. April 2020 (12:42)

Technisch funktioniert das Distance Learning der niederösterreichischen Schulen mehrheitlich gut. Ein Großteil der Schüler bewertet auch den virtuellen Unterricht auf einer Notenskala mit "Gut". Die Aufgabenstellungen sind übersichtlich. Schwierigkeiten bereitet jedoch die Fülle an Übungen. Den meisten Schülern ist die Arbeit zu viel. Das ergab eine Umfrage der Landesschülervertretung (LSV), an der 2.700 AHS- und BHS-Schüler des Landes teilnahmen. 

"Unsere Botschaft an die Lehrkräfte ist: bitte den Umfang der Lerninhalte etwas zurückzunehmen, um eine Überforderung zu vermeiden", appelliert Koiser im Namen der NÖ-Schüler an die Pädagogen. Unterstützung für diese Bitte gibt es aus der Politik: Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister zieht nach einem Abstimmungsgespräch mit Bildungsdirektor Johann Heuras und dem Landesschülervertreter, bei dem auch die Umfrage präsentiert wurde, eine ganz ähnliche Bilanz. 

 "Wir befinden uns in einer nie dagewesenen Ausnahmesituation und haben uns genau angesehen, wie die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler damit zurechtkommen", erklärt Teschl-Hofmeister. Aber auch die Situation der Eltern sollte genauer unter die Lupe genommen werden. Und dabei ergab sich für die Bildungslandesrätin, dass es hier Probleme gebe. "So gilt es nun inhaltlich Druck herauszunehmen und dafür zu sorgen, dass der Umfang der Aufgaben und Übungen verringert wird“, sagt Teschl-Hofmeister im Anschluss an die virtuelle Lagebesprechung mit der pädagogischen Leiterin der NÖ Bildungsdirektion, Doris Wagner und den Bildungsmanagern der sechs NÖ Bildungsregionen.  

Die niederösterreichischen Pädagogen werden nun verstärkt darauf achten, die  Schüler sowie deren Eltern nicht mit Lerninhalten zu überfordern, versichert die Landesrätin.

Grundsätzlich seien die Rückmeldungen nach den ersten Wochen Distance Learning aber mehrheitlich positiv, freut sich die ÖVP-Politikerin. "Auch technisch funktioniert es laut der Erhebung großteils gut. Ein ganz besonderer Dank gilt vor allem den IT-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Endgeräte entsprechend einrichten und die Schülerinnen und Schüler servicieren“, so Teschl-Hofmeister.

Heuras will noch mehr Zusammenarbeit und Austausch

Bildungsdirektor Johann Heuras bittet die Pädagogen einander zu unterstützen: „Best Practice Beispiele sollten für alle zugänglich gemacht und gute Ideen ausgetauscht werden. Viele Fachlehrer versuchen derzeit sehr motiviert ihre Inhalte möglichst detailliert für die Lernenden aufzubereiten. Hier müssen wir ein bisschen besser koordinieren und den Druck herausnehmen.“