Franz Schnabl: Reise und Geschenkannahme bestätigt. Wie die Kronen Zeitung berichtet, hat sich Franz Schnabl (SPÖ) im Zuge seiner Tätigkeit für den Magna-Konzern einen Urlaub auf Korsika von einem Agenten finanzieren lassen. Eine Sprecherin Schnabls bestätigt dies gegenüber der NÖN.

Von Anita Kiefer. Update am 09. Mai 2019 (13:28)
APA/GEORG HOCHMUTH
Franz Schnabl

Es sind harte Vorwürfe, die aktuell gegen Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ) erhoben werden. Laut Berichten der Tageszeitungen „Krone“ und „Presse“ habe sich der Vorsitzende der NÖ Sozialdemokraten von einem Agenten im Zuge seiner beruflichen Tätigkeit für den Magna-Konzern (Zeitraum bei diesem Arbeitgeber: 2003 bis 2017)  einen Jagdurlaub auf Korsika bezahlen lassen.

Darüber hinaus habe er ein teures Jagdmesser im Wert von 8.000 Euro geschenkt bekommen, heißt es in der „Krone“. Bekannt wurde dies jetzt durch eine Aussage bei der Polizei im Zuge des BVT-Untersuchungsausschusses.

Einladung erfolgte auf Basis einer Gegenleistung

Schnabl selbst wollte sich auf Nachfrage der NÖN zu den Vorwürfen nicht äußern. Eine Sprecherin bestätigte, dass es die Reise und auch das Geschenk in Form eines Jagdmessers gegeben hat. Bei der Reise habe es sich jedoch um einen Wochenendurlaub gehandelt, nicht um eine „üppige Jagdreise“, wie die Kronen Zeitung berichtete. Schnabl habe außerdem keine Kenntnis über den Wert des Jagdmessers.

Der aktuelle Landeshauptfrau-Stellvertreter habe jedenfalls stets in Absprache mit seinem damaligen Arbeitgeber Magna gehandelt. Ein Anwalt habe außerdem bereits rechtliche Schritte gegen die „unrichtige Darstellung einer Boulevardzeitung eingeleitet“, heißt es. Auch eine im Krone-Artikel angesprochene Gegenleistung habe es geben, bestätigte Schnabls Sprecherin – ein beruflicher Expertenkontakt sei vermittelt worden, allerdings auch dies in Absprache mit Magna.

Frage nach Rücktritt bleibt unkommentiert

Zur Frage, ob er an Rücktritt von seinen aktuellen politischen Funktionen denke, wollte auch Schnabls Sprecherin sich nicht äußern. „Die Zeugenaussage steht in keinerlei Zusammenhang mit seiner politischen Tätigkeit und wir werden diese – die im Übrigen in der Öffentlichkeit nichts zu suchen hat – in jedem Fall nicht weiter inhaltlich kommentieren.“ Für Behörden stehe Schnabl natürlich jederzeit zur Verfügung, heißt es von seiner Sprecherin.

ÖVP, FPÖ und NEOS fordern Aufklärung

„Entscheidend ist, dass zu dieser offensichtlich moralisch höchst fragwürdigen Handlung alle Hintergründe von Franz Schnabl persönlich erklärt werden“, so VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner in einer ersten Reaktion.

Er könne sich "nur schwer vorstellen", dass ein Spion Zehntausende Euro ohne Gegenleistung verschenkt, reagierte Udo Landbauer, geschäftsführender Landes- und Klubobmann der niederösterreichischen Freiheitlichen. "Schnabl ist gefordert volle Aufklärung zu liefern."

"Klar ist, dass Korruptionsvorwürfen nachzugehen ist", betonte die niederösterreichische NEOS-Landessprecherin Indra Collini. Die Bürgerinnen und Bürger hätten sich "ehrliche Politik und Menschen mit Integrität verdient". In diesem Sinne müsse es Aufklärung geben.