Breitband künftig auch in der Peripherie. Bis 2030 soll ganz NÖ schnelles Internet haben. Für sehr entlegene Orte gibt’s nun weitere Förderung.

Von Lisa Röhrer. Update am 26. Mai 2020 (13:33)
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Home Office, Home Schooling und mehr Zeit für Streaming und Co.: Das Internet ist in Coronazeiten gefragter denn je. Damit zeigt sich auch die Wichtigkeit einer funktionierenden Internet-Verbindung. In 80 Prozent der Haushalte sei die mit einer Geschwindigkeit von 30 Mbit/s bereits vorhanden, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Verbesserungsbedarf gibt es aber in entlegenen Gebieten. Das Land will daher einen weiteren Schritt zum Breitband-Ausbau setzen.

Präsident Alfred Riedl, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrat Jochen Danninger und Präsident Rupert Dworak präsentierten den Fahrplan zum Breitbandausbau in Niederösterreich.
NLK Burchhart

Investiert werden 100 Millionen Euro, damit auch 115.000 Haushalte in besonders peripheren Lagen angeschlossen werden können. „Diese hatten aufgrund der hohen Investitionskosten keine Möglichkeit auf Breitbandausbau“, erklärt Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger.

Gewährt werden soll ihnen zusätzlich zu einer Bundes-Förderung nun auch eine weitere Förderung vom Land und den Gemeinden. Diese teilen sich die Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro. Welche Kommunen und Regionen genau davon profitieren werden, ist noch nicht klar. „Das hängt auch davon ab, welche Gemeinden sich für die Förderung bewerben“, heißt es aus dem Büro Danninger. Grundsätzlich könne man aber davon ausgehen, dass es vor allem für gebirgigere Orte bisher schwierig war, einen Breitband-Anschluss zu erhalten, meint Landesrat Danninger.

40 Prozent der Einwohner müssen dem Ausbau zustimmen

Gesetzt wird damit der vierte und vorerst letzte Schritt im 2016 gestarteten Breitband-Ausbau-Projekt. Der Startschuss für die Umsetzung fällt in der Landtagssitzung im Juni. Dort soll das Paket beschlossen werden. Anschließend startet die Beratung der Gemeinden zum Ausbau, dann müssen jeweils 40 Prozent der Einwohner einer Gemeinde dem Breitband-Ausbau in ihrem Heimat-Ort zustimmen. Ende des Jahres soll aus heutiger Sicht dann die Umsetzung des Internet-Ausbaus in peripheren Gebieten beginnen.

Breitband-Ausbau läuft seit 2016

Das Ziel ist der flächendecke Breitband-Ausbau bis 2030, in den insgesamt 1,66 Milliarden Euro fließen.

Vor vier Jahren wurde in Pilotregionen mit dem Breitband-Ausbau begonnen. 2019 konnten bereits 35.000 Haushalte angeschlossen werden, die meisten davon im Waldviertel. Dass das einen hohen Mehrwert für die Regionen bringe, zeige sich laut der Landeshauptfrau schon heute: „Betriebe siedeln sich an, Arbeitsplätze entstehen, Familien ziehen zu. In Zeiten der Wirtschaftskrise sind diese Investitionen eine konjunkturbelebende Maßnahme für unsere heimische Bauwirtschaft.“

Aktuell arbeitet das Land zudem mit der bayrischen Allianz Capital Partners an 100.000 weiteren Glasfaser-Anschlüssen im ländlichen Raum. Es ist geplant, dass bereits im Sommer Bauarbeiten starten. Über den Ausbau von weiteren 200.000 Haushalten laufen Verhandlungen. In Städten und größeren Gemeinden sorgen private Anbieter für den Ausbau.

"Gut ausgebautes Glasfasernetz gehört zur Daseinsvorsorge"

Froh über den Breitband-Ausbau auch in entlegeneren Orten zeigen sich auch die beiden obersten Gemeindevertreter des Landes. Für Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl ist der Breitband-Ausbau eine Frage der Existenz: „Für uns gehört ein gut ausgebautes Glasfasernetz zur Daseinsvorsorge. Der Plan des Landes Niederösterreich, an dem sich die heimischen Gemeinden tatkräftig beteiligen, stellt Chancengleichheit zwischen den kleinen Kommunen und den Ballungszentren her. Mir ist besonders wichtig, dass gerade die entlegenen Regionen mit einem zukunftsfähigen Internetanschluss versorgt werden“, betont er.

GVV-Präsident Rupert Dworak sieht das ähnlich: „Der flächendeckende Breitbandinternet-Ausbau ist eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Heute braucht jeder Betrieb eine schnelle Internetverbindung genauso notwendig wie eine gute Verkehrsanbindung – in manchen Fällen sogar noch dringender. Österreich hat im Vergleich zu anderen europäischen Staaten einen Aufholbedarf. Der Fahrplan zum Breitbandausbau ist daher ein ganz wichtiger Schritt in die Highspeed-Zukunft unseres Bundeslandes.“