Zukunft bringt Autonomes Fahren. Selbstfahrende Fahrzeuge können Raumordnung, Pendlerströme und Umwelt beeinflussen, so Rolf Moeckel von der TU München.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 12. Dezember 2017 (01:36)
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Autonomes Fahren beschäftigt Autohersteller und Juristen, aber auch Raumordner und die Politik. Welche Anforderungen NÖ in diesem Bereich erwarten, beleuchtete Rolf Moeckel von der TU München beim Symposium „Ein Land ist auf dem Weg“ in St. Pölten.

Moeckel prognostizierte, dass das autonome Fahren den öffentlichen und den privaten Verkehr verändern wird. In der deutschen Stadt Nürnberg sind die U-Bahn-Linien bereits fahrerlos unterwegs und vernetzt. Das macht einen dichteren Takt möglich, „weil das vordere Fahrzeug dem hinteren sagt, wenn es abbremsen muss“. Dies ist auch bei privaten Pkw möglich.

"Große Vorteile im ländlichen Raum"

Für Städte sieht er Potenzial bei den Parkhäusern. „Das sind wertvolle Plätze im Zentrum, die anders genützt werden könnten.“ Moeckel hat aber auch Bedenken, vor allem bei einer erhöhten Nachfrage. Denn unbegrenzt wachsen kann der Individualverkehr auf den Straßen nicht – und die Produktion der autonomen Fahrzeuge verbraucht auch CO 2 und belastet damit die Umwelt. Auch die Raumordnung werde sich verändern, so Moeckel – etwa im Hinblick auf Stellplätze, die aktuell zu jedem Haus gehören.

Werner Pracherstorfer, Leiter der Abteilung Raumordnung, Umwelt und Verkehr des Landes, sieht ebenfalls Vor- und Nachteile. Vorteile seien der vereinfachte Zugang zu Mobilität für Menschen ohne Führerschein und die höhere Verkehrssicherheit. „Große Vorteile sehe ich für den ländlichen Raum, wo Car-Sharing-Angebote mit autonom fahrenden Fahrzeugen flächendeckend möglich wären.“ Damit wäre die Diskussion um die „letzte Meile“ passé. Diese meint den Weg vom öffentlichen Verkehrsmittel zum Wohnort. Nachteil sei eine mögliche Zersiedelung durch erleichtertes Pendeln.