"Das Waldviertel darf nicht in Horn enden". Das geplante Mobilitätspaket für das Waldviertel ist für die Grünen NÖ nur "ein winziger Schritt". Landessprecherin Helga Krismer und Abgeordnete Silvia Moser fordern "einen Schienen-Rückgrat", damit alle Bezirkshauptstädte mit dem Zug erreichbar sind.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 02. März 2021 (13:58)
Grüne NÖ

Von Waidhofen nach Gmünd, Zwettl oder Horn: Geht es nach den Grünen, müssten die Waldviertler diese Strecken allesamt bequem mit dem Zug zurücklegen können. "Das Waldviertel darf nicht in Horn enden", sagen Landessprecherin Helga Krismer und Landtagsabgeordnete Silvia Moser. Sie fordern ein "Schienen-Rückgrat" für den Norden Niederösterreichs. Damit sollen alle Bezirkshauptstädte verbunden werden. 

Silvia Moser
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Die Pläne zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie des Landesstraßennetzes im Norden Niederösterreichs, die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) kurz vor Weihnachten präsentierten, gehen den Landes-Grünen nicht weit genug. Mikl-Leitner und Gewessler erteilten der lange diskutierten Waldviertel-Autobahn eine Absage. Stattdessen präsentierten sie Pläne für Straßen und Schiene. So sollen auf der Bahn neben der Direktanbindung Horns an St. Pölten, die Franz-Josefs-Bahn (FJB) und die Westbahn zum Flughafen Wien angebunden werden. Außerdem sind eine Attraktivierung der Kamptalbahn und die Elektrifizierung der Kremserbahn vorgesehen. 850 Millionen Euro werden in neue Bahnprojekte, 500 Millionen in die Beschleunigung bereits vorgesehener Projekte fließen. Insgesamt wollen Bund und Land für die Pläne 1,8 Milliarden Euro in die Hand nehmen. 

Helga Krismer
Grüne NÖ

"Die Maßnahmen können aber nur ein winziger Schritt zum Start sein", meint Moser - obwohl das zuständige Ministerium nun in grüner Hand ist. Konkret schwebt den Grünen neben der Verbindung der Bezirkshauptstädte, der durchgängige zweigleisige Ausbau der FJB vor. Es brauche einen starken Ausbau der Schiene. "Sonst werden die Menschen im Waldviertel irgendwann das 1-2-3-Ticket wollen und feststellen, dass sie damit nirgends hinfahren können", sagt Krismer. 

Die ÖVP hat inzwischen mit der Detailplanung des Mobilitätspakets begonnen. Das wurde, wie es in einer Aussendung heißt, bei einer Bürgermeister-Konferenz mit 110 Teilnehmern einstimmig beschlossen. Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko betont, dass das Mobilitätspaket für eine "stabile Bevölkerungsentwicklung" sorgen soll.