Neue Debatte um „Risiko Wolf“. Weitere Rudel werden sich ansiedeln, Grüne fordern „Miteinander“ von Mensch und Tier.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 19. Juni 2018 (01:48)
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Symbolbild

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Wolf in West- und Mitteleuropa verbreitet, bis er vom Menschen beinahe vollständig ausgerottet wurde. Langsam erholen sich die Bestände wieder, und nach mehreren Einzelsichtungen kam es in der Nähe von Allentsteig (Bezirk Zwettl) im Jahr 2016 erstmals zu einer nachweislichen Reproduktion. Seither spalten sich die Gemüter. Panikmache auf der einen Seite, Bekenntnisse zum Artenschutz auf der anderen – allein, ohne Zäune, Hirten, Herdenschutzhunde werde es in Zukunft nicht gehen, betont Max Rossberg (European Wilderness Society Austria).

NÖ-Grünen-Chefin Helga Krismer fordert Maßnahmen für ein „konfliktfreies Miteinander“ von Mensch und Wolf: „Aktuell fehlen in NÖ ein klares Konzept zum Schutz von Tierherden vor dem Wolf, klare Regeln zur Schadensabgeltung und eine Struktur zum Umgang mit möglichen Problemwölfen.“ Es brauche einen Wolfmanagement-Plan, Wolfsmonitoring und ein Herdenschutzprogramm.

Christian Pichler, Wolfsexperte des WWF, prophezeit indes, dass sich in Österreich weitere Rudel ansiedeln werden. Eine Entwicklung, die Wolf-Gegnern sauer aufstößt. „Natürlich haben die Bauern keine Freude damit“, so Daniel Heindl von der NÖ Landwirtschaftskammer.

Wolfs-Zentrum in der Steiermark geplant

Laut Pichler gibt es in Österreich derzeit 17 bis 20 Wölfe.

Im Jahr 2017 seien 21 Schafe auf Almen gerissen worden. „Bei der LK NÖ wurde eine Meldestelle eingerichtet, die vor allem Jäger nutzen“, erklärt Heindl. Ebenso sei eine Entschädigungstabelle für Tierrisse erstellt worden. Und auch der Bund ergreift nun Maßnahmen: Die zuständige VP-Ministerin Elisabeth Köstinger legte ihre Pläne für ein Wolfs-Zentrum in der Steiermark vor. Von dort aus soll bundesweit „das Management für diese ‚großen Beutegreifer’ durchgeführt werden“.