Landesrätin Schwarz: 3,5 Mio. Euro für Digitalisierung. Für niederösterreichische Kinder stehen neben den Kernkompetenzen Rechnen, Schreiben und Lesen auch digitale Fähigkeiten am Lehrplan.

Von Markus Strohmayer. Erstellt am 08. Januar 2018 (15:26)
Barbara Schwarz und Johann Heuras präsentieren mit Kindern die BeeBots.
NLK Burchhart

Spielerisch programmierbare Roboter, die optisch an Bienen erinnern, werden künftig flächendeckend in 1.700 Landeskindergärten und Volksschulen zu finden sein. Diese BeeBots fördern analytisches und räumliches Vorstellungsvermögen und sind Teil einer Reihe digitaler Neuerungen, die Bildungslandesrätin Barbara Schwarz am Montag vorstellte.

Die Digitalisierung ändert berufliche Qualifikationsanforderungen. Deshalb will die Landesregierung bei den Allerjüngsten ansetzen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand reduzieren. Schwarz sagte dazu: „Wir müssen den digitalen Wandel zum Vorteil unserer Kinder, der Pädagogen und Eltern nutzen.“ Neben den BeeBots wird ein neues Web-basiertes Verwaltungsprogramm eingeführt. Dieses soll dazu beitragen, dass mehr Zeit für die Betreuung der Kinder bleibt.

Digitales Mitteilungsheft via App

 Außerdem ist eine Streaming-Plattform mit Schulfilmen geplant, sowie ein digitales Mitteilungsheft. Dabei handelt es sich um eine Kommunikationsplattform, die Schulen, Lehrern, Eltern und Elternverein den ständigen Austausch ermöglicht. „Diese Maßnahme soll dazu dienen, die Eltern vermehrt an der Bildungspartnerschaft teilnehmen zu lassen“, so Schwarz.

Die Kommunikation findet – Einverständnis von Eltern und Lehrern vorausgesetzt – via App, E-Mail oder Webbrowser statt. Der gesamte Austausch ist laut Schwarz verschlüsselt. Die letzte digitale Neuerung ist die Leseplattform Onilo, mit dem Zweck die Leselust der Kinder zu wecken. Finanziert wird die fortschreitende Digitalisierung an Kindergärten und Schulen durch die Schul- und Kindergartenfonds, gespeist von Land und Gemeinden.

Verpflichtende digitale Fortbildung für Junglehrer

 Damit all diese Maßnahmen bei den Kindern ankommen, müsse bei den Pädagogen angesetzt werden, so Johann Heuras, Amtsführender Präsident des Landesschulrates. Deshalb hat die PH Niederösterreich ein Konzept für angehende Lehrer entwickelt. Jeder Einsteiger muss innerhalb von drei Jahren, eine Erweiterung im Ausmaß von 6 ECTS absolvieren. Dafür erhalten die Jungpädagogen ein eigenes Zertifikat. Für jene, die schon im Beruf sind, gibt es freiwillige Angebote.

Zertifizierungen können darüber hinaus in Zukunft so genannte Leseschulen beantragen. Im Zuge der Leseinitiative 2018 hat die Landesregierung Kriterien wie Leseumfeld, Lesekultur, Förderung der Lesekompetenz und literarische Bildung erarbeitet. Wer diese erfüllt, darf sich künftig – ähnlich wie bei Sportschulen – Leseschule nennen.