Bildung mit Religion. Diskussionsrunde / Bischof Klaus Küng sprach sich in Kartause Gaming klar für konfessionellen Religionsunterricht und Ethikunterricht aus.

Erstellt am 11. Juli 2013 (12:00)
Bischof Klaus Küng beim Kamingespräch mit NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart in Gaming: Werteorientiertes Menschenbild im Unterricht.zVg
NOEN, zVg

Der Religionsunterricht muss weiterhin in der Bildungslandschaft eine Rolle spielen. Entschieden verwehrte sich Bischof Klaus Küng gegen alle Tendenzen, die Religion aus dem – vor allem öffentlichen – Schulbereich drängen zu wollen. Es gehe um die Vermittlung eines umfassend werteorientierten Menschenbildes.

Deutlich machte der St. Pöltner Diözesanbischof dies bei einem Kamingespräch mit NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart beim Sommercamp der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems in der Kartause Gaming. Thema: „Die Rolle der Religion in der zukünftigen Bildungslandschaft“. Rund 25 Religionspädagogen waren dazu gekommen, darunter die beiden KPH-Vizerektorinnen Notburga Grosser und Beatrix Konicek.

Die Brisanz des Themas lag auf der Hand: Im Rahmen des Kirchenprivilegienvolksbegehrens und der Entfernung eines Kreuzes in einer Wiener Schule war auch der Religionsunterricht infrage gestellt worden. Grundsätzlich sieht Bischof Küng in Österreich genug Zusammenhalt, damit der Religionsunterricht bleibt.

Wobei er eine klare Linie vertritt: Er ist für den konfessionellen Religionsunterricht, also nicht die Zusammenführung von Religionsgemeinschaften in einen interkonfessionellen Unterricht. Er ist für den verpflichtenden Ethikunterricht. Allerdings nicht als Ersatz für den Religionsunterricht, sondern als Alternative. Für alle Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden. Derzeit steht der Ethikunterricht ja noch in der parlamentarischen Warteschleife.

Bischof Küngs Wünsche an die Religionspädagogen: ein fundierter und qualitätsvoller Unterricht, der die wichtigen Grundlagen und Glaubensinhalte vermittelt, der aber mehr als eine bloße Wissensvermittlung ist. Und eine bessere Vernetzung mit dem außerschulischen kirchlichen Bereich.