Niederösterreich will Schulkultur stärken. Im Sinne der Gewaltprävention sollen sich die Bildungseinrichtungen des Landes heuer gezielt mit der Schulkultur auseinandersetzen. Dazu zählt für Psychologin Andrea Richter, dass sich die Kinder „wohl und sicher fühlen“ sowie, dass sie Fehler machen dürfen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Januar 2020 (10:48)
Auftaktveranstaltung zur Schulkultur: Daniel Passweg (Pädagogische Hochschule Baden), Doris Wagner (Leiterin des Bereichs Pädagogischer Dienst), Bildungsdirektor Johann Heuras, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Andrea Richter (Leitung Schulpsychologischer Dienst, NÖ Bildungsdirektion), Karl Fritthum (Leiter des Präsidialbereichs), Elisabeth Weigel (Direktorin BRG Rechte Kremszeile), Alfred Grünstäudl (Leiter der Außenstelle Zwettl der NÖ Bildungsdirektion)
Bildungsdirektion NÖ

 „Schulklima und Schulkultur“ sollen in diesem Jahr zu einem zentralen Anliegen in Niederösterreich erklärt werden. Das Ziel ist es, damit Gewalt den Nährboden zu entziehen. 

Die Bildungsdirektion ist mit einer Veranstaltungsreihe in allen sechs Bildungsregionen zu diesem Thema in das Jahr 2020 gestartet. Die erste Veranstaltung dazu fand in Krems statt. Zielgruppe sind Pädagogen und Direktoren. 

Für Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister ist der respektvolle Umgang miteinander die Basis einer guten Schulkultur und eines gesunden Schulklimas. Diese Themen seien daher auch dem Land ein ganz besonderes Anliegen: „Es geht darum, wie die Schulpartner – das sind – Schüler, Eltern und Pädagogen miteinander umgehen. Denn: Respekt ist die Basis von einem guten Miteinander. Ein gutes Schulklima muss nicht neu erfunden werden, denn es ist vielfach schon vorhanden. Dort, wo es aber noch Bedarf gibt, gilt es zu handeln und vorzubeugen. Dazu bedarf es auch klarer Regeln und Verhaltensweisen, die in der Schule unter der Einbeziehung von allen Betroffenen, festgelegt werden sollten“. 

Mit dem Wunsch an die Pädagogen, dass das Jahr 2020 ein „Jahr der Gewaltfreiheit“ und ein „Jahr ohne Mobbing“ in den Klassenzimmern werde, erklärte Bildungsdirektor Johann Heuras, dass er dieses Jahr ganz bewusst unter dieses Leitthema für alle Schulen in Niederösterreich gestellt habe. Für ihn gehört es auch zum Bildungsauftrag der Schulen, dass junge Menschen in der Schule zu Erwachsenen geformt werden, die in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen. Dazu zähle auch ein gutes Schulklima und ein positiver Geist. 

"Schulkultur muss gelebt werden"

Die Leiterin der Schulpsychologie der Bildungsdirektion, Andrea Richter ging, gemeinsam mit Daniel Passweg von der Pädagogischen Hochschule auf die wesentlichen Voraussetzungen ein, die notwendig sind, dass eine Schule, „Schulkultur“ auch leben kann. So ist Schulkultur nichts, das von außen vorgesetzt werden kann, sondern sie wird gelebt und muss gemeinsam erarbeitet werden. Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen zählen für sie, dass sich die Kinder „wohl und sicher fühlen“, dass sie beispielsweise auch Fehler machen dürfen, ohne dafür abgeurteilt zu werden, dass Kinder die „notwendigen Werkzeuge erhalten“, um das Lernen zu lernen, dass „die Pädagogen Vorbilder in der Beziehungsgestaltung sind, dass die Schulleitungen auch Strukturen und Grenzen mit dem Kollegium erarbeiten. Grundlage für ein gedeihliches Miteinander ist aber die Wertschätzung des Menschen zwischen Pädagogen, Kindern und Jugendlichen und den Eltern.“