Deutschförderklassen für rund 5000 NÖ-Schüler. Minister Faßmann hat das Konzept für verpflichtenden Förderunterricht ab dem kommenden Schuljahr 2018/19 präsentiert.

Erstellt am 23. Januar 2018 (18:43)
APA
Bildungsminister Faßmann

In Niederösterreich gab es im Schuljahr 2016/17 insgesamt rund 5000 Schüler, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und daher in sogenannten Sprachstartklassen und Förderkursen waren. Solche Schüler müssen ab dem neuen Schuljahr 2018/19 nun verpflichtend in eigenen Deutschklassen in den Volkschulen 15 Wochenstunden und in den Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufen 20 Wochenstunden einen Förderunterricht besuchen. In diesen Klassen wird nach einem eigenen Lehrplan eine Art Crash-Kurs in Deutsch unterrichtet.  Entsprechende Bestimmungen für die Deutschklassen ab dem heurigen Herbst hat Bildungsminister Heinz Faßmann vorgelegt.

Wie viele Schüler es im kommenden Schuljahr geben wird, die nicht ausreichend Deutsch  können, wird erst festgestellt. Eigene Deutschförderklassen werden dann eingerichtet, wenn es an einem Schulstandort zumindest sechs Kinder mit Defiziten in Deutsch gibt. Das soll der Schulleiter mit einem standardisierten Test feststellen.

Wien am meisten betroffen

Die meisten Schüler, die nicht ausreichend Deutsch konnten, gab es in der Vergangenheit in Wien. Es war dies eine der Folgen des starken Zustroms von Flüchtlingen nach Österreich im Spätsommer und Herbst 2015.  Insgesamt rund 16.000 waren insgesamt als außerordentliche Schüler im vergangenen Schuljahr 2016/17 geführt. In Niederösterreich waren es im gleichen Schuljahr in Summe knapp 5000. Von diesen 4955 Schülern waren die meisten in Volksschulen (nämlich 3505), in den Neuen Mittelschulen waren es 1273, in den AHS schließlich 177.

Nach jedem Semester wird in einem einheitlichen Test überprüft, ob sich die Deutschkenntnisse verbessert haben. Ist das ausreichend der Fall, kann der Umstieg in die Regelschulklasse erfolgen. Aber auch dann gibt es noch im Ausmaß von sechs Wochenstunden Deutschförderunterricht. Die gesetzlichen Regeln für verpflichtenden Deutschunterricht in eigenen Förderklassen sollen bis zum Sommer dieses Jahres vorliegen.