15 Schulen im Brennpunkt im Regierungsprogramm . Heuras hofft auf zusätzliche Fördermittel vom Bund für Schulen in St. Pölten oder Krems.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 14. Januar 2020 (02:35)

Nicht nur türkis-grün, auch blau-gelb schimmert das Bildungskapitel im neuen Regierungsprogramm – davon sind ÖVP-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras überzeugt. „Ich habe die Forderungen aus NÖ an die Regierungsverhandler übergeben und finde vieles davon abgebildet“, freut sich Heuras. Und auch die NÖN-Analyse zeigt, dass einiges, das sich die Regierung im Bereich der Bildung vorgenommen hat, in NÖ bereits Realität ist, schon lange gefordert wird oder Veränderungen verspricht.

Für sogenannte Brennpunktschulen erhofft sich Heuras vom Bund zusätzliche Ressourcen. Im Regierungsprogramm heißt es, dass 100 Schulen mit besonderen Herausforderungen unterstützt werden sollen. Dafür sieht der Bildungsdirektor auch Bedarf in NÖ. Konkret seien das für ihn Schulen, an denen es einen überproportionalen Anteil an Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache gibt. Die finden sich in den Städten – St. Pölten, Amstetten, Krems oder auch Stockerau. „Ich rechne damit, dass wir zehn bis 15 Standorte haben, die für eine solche Förderung infrage kommen“, meint Heuras. Entlastung für die Lehrer versprechen sich die Landesrätin und der Bildungsdirektor auch durch die geplante Bereitstellung von zusätzlichem Support-Personal.

Gute Noten aus NÖ für Deutschklassen

Heftig diskutiert werden weiter die Deutschförderklassen. Die standen schon unter Türkis-Blau auf dem Plan und finden sich nun im neuen Regierungsprogramm wieder. NÖ hat dieses Modell des Sprachförderunterrichts bereits als Pilotprojekt in Wiener Neustadt getestet. Im September beschloss der Landtag, dass ab einer Anzahl von acht Schülern, die über zu schlechte Deutschkenntnisse verfügen, vom Schulleiter eine Deutschförderklasse eingerichtet werden muss. Die NÖ Grünen waren damals allerdings dagegen. Mit der Begründung, dass „Isolationsklassen“ kein geeignetes Mittel zu Integration und Spracherwerb seien. Teschl-Hofmeister glaubt an das Modell: „In Wiener Neustadt haben wir gesehen, dass es funktioniert.“

Ausgebaut werden soll laut Türkis-Grün auch die Ausbildung von MINT-Fachkräften. Gemeint sind damit naturwissenschaftliche Fächer sowie Informatik und Mathematik. Diesem Bereich will man auch in NÖ mehr Aufmerksamkeit widmen. Insgesamt 13 Mittelschulen wollen sich ab dem nächsten Schuljahr verstärkt der Vermittlung von MINT-Kompetenzen widmen. In allen Bildungsregionen gibt es dann Schulen mit MINT-Schwerpunkt.

NOST soll Sache der Schulautonomie sein

Bereits Erfahrungen gesammelt haben Schulen im blau-gelben Bundesland mit der neuen Oberstufe (NOST). Türkis-Grün will eine weitere Modularisierung der Oberstufe prüfen. „Es muss entschieden werden, ob die NOST umgesetzt wird oder es zu einer Reform im Sinne einer echten Modularisierung kommt“, heißt es im Regierungsprogramm. In NÖ sind die Meinungen gespalten, weiß Heuras. Er tritt dafür ein, den Schulen die Einführung der NOST selbst zu überlassen.

Den Schulen überlassen war bisher auch die Einbeziehung von Vereinen für Sexualpädagogik-Unterricht. Bis in NÖ eine Diskussion dazu entstand. Den Anlass bildeten Materialien des Vereins „Teenstar“ mit Sitz im Bezirk Melk, die für Wirbel sorgten. Vereine, die an Schulen aufklären, sollen laut Türkis-Grün nun genauer überprüft werden. Erstellt werden Qualitätskriterien für eine weltanschaulich-neutrale Sexualpädagogik.

Mit den Plänen der Regierung sind Teschl-Hofmeister und Heuras zufrieden. Froh seien sie auch, dass der Perchtoldsdorfer Heinz Faßmann wieder an der Spitze des Ministeriums stehe.