Schlechte Planungen. BildKritik an Neuen Mittelschulen hat zu stärkerem Ansturm bei den allgemein bildenden höheren Schulen geführt. Kritik an der Vorgangsweise des Bundes.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 18. Mai 2015 (04:15)
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Die allgemein bildenden höheren Schulen haben in NÖ für den Unterricht zu wenig Platz.
ÖVP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz hofft auf den 17. November. Da hat die Bundesregierung in der Debatte um die Schulreform ein Ergebnis angekündigt. Mit dabei der Plan für neue Strukturen. Mehr Autonomie, mehr Kompetenz in den Bildungsdirektionen, Rückzug des Bundes auf die Grundsatzgesetzgebung zu den Bildungszielen und die Kontrolle. Ein deutliches Beispiel dafür, dass die doppelten Strukturen von Bund und Ländern nicht mehr haltbar sind, ist für sie die momentane Situation der allgemein bildenden höheren Schulen (AHS) in NÖ.

NOEN, J.Burchhart
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Diese erlebten heuer wieder einen stärkeren Ansturm von neuen Schülern als die Jahre zuvor. Schwarz: „Dazu hat die aktuelle Debatte über die Neuen Mittelschulen beigetragen.“ Diese waren bei einem Evaluierungsbericht des Bildungsministeriums schlecht ausgestiegen. Obwohl man das pauschal nicht sagen kann, so Schwarz: „Es gibt bei den NMS sehr viele gute Schulen mit engagierten Lehrern.“

35 Containerklassen bei AHS in Niederösterreich 

Zum Ansturm kommt, dass der für die AHS zuständige Bund nicht wirklich dafür gerüstet ist. Vor allem im baulichen Bereich: Im kommenden Schuljahr wird es in NÖ 35 Containerklassen im AHS-Bereich geben. Dazu kommen etliche Wanderklassen, dazu sind in mehreren Gymnasien funktionelle Räume wie etwa der Physiksaal mit Klassen belegt.

Schwarz: „Seit Jahren weiß man, dass etwa die Keimgasse in Mödling aus allen Nähten platzt.“ Dass in den AHS die Schülerhöchstzahlen von 25 pro Klasse gehalten werden können, davon sei schon lange nicht mehr die Rede. Schwarz: „So kann man einfach nicht planen.“

Ein weiterer Punkt: Bereits im Vorjahr habe es für fünf Landesschulinspektoren und einen Pflichtschulinspektor in NÖ die Hearings gegeben und es wurden die Dreier-Vorschläge an das Ministerium geschickt. Bis heute gibt es dort noch keine Entscheidungen.

Strukturen sollen vereinfacht werden

Die Folgen: Inspektoren und Direktoren, die Inspektoren in deren Schulen ersetzen, sind alle nur provisorisch betraut. Folgt das Ministerium nicht den Vorschlägen des Landes, muss es wieder zur komplizierten Rücknahme von Bestellungen kommen.

Deswegen pocht sie weiter auf die Entflechtung der Strukturen. Der Bund solle die Kompetenzen für die Bildung und die Kontrolle übernehmen, die Länder jene der Verwaltung. Wobei an oberster Stelle die stärkere Autonomie an den Schulen stehen muss.

Schwarz in Richtung von SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek: „Da geht es nicht darum, wo liegt künftig die Macht, sondern darum, was ist sinnvoll für unsere Kinder. Das muss sich auch die Frau Minister hinter die Ohren schreiben.“

An dem Expertenpapier, das der Reform zugrunde liegt, hat entscheidend auch Landesschulratspräsident Hermann Helm mitgearbeitet. Derzeit tagen drei Arbeitsgruppen, die sich mit den Ausführungen beschäftigen.