Mission im Ausland - Training in Niederösterreich

Vor 60 Jahren lief erster Einsatz im Kongo. Heute sind 730 Österreicher international im Dienst. Trainiert wird dafür in NÖ.

Lisa Röhrer
Lisa Röhrer Erstellt am 25. August 2020 | 06:56
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Ein Bild von der Vorbereitung der Auslandseinsätze machte sich Verteidigungsministerin Klaudia Tanner beim Besuch in Götzendorf.
Foto: HBF/Daniel Trippolt

Maskierte Männer trommeln auf einen grünen Jeep. Sie schreien. Die Insassen wirken verängstigt, steigen aus. Die bewaffneten Männer am Checkpoint brüllen weiter. Sie durchsuchen die Ankömmlinge aus Österreich. Die werfen sich zu Boden, legen ihre Sachen ab, beteuern, keine Spione zu sein.

Täuschend echt spielte eine Truppe aus der Kaserne Götzendorf (Bezirk Bruck/Leitha) das Szenario eines Aggressive Checkpoints. Dieser Situation könnten Soldaten, aber auch Zivilpersonen ausgesetzt sein, wenn sie an einem Auslandseinsatz des Heeres teilnehmen.
Vor- und nachbereitet werden an der Auslandseinsatzbasis in Götzendorf alle Missionen des Österreichischen Bundesheeres, darunter friedensunterstützende Operationen sowie Such- und Rettungseinsätze.

Österreich beteiligt sich an Einsätzen der UNO, EU und NATO, um internationale Konflikte zu vermeiden oder dabei zu helfen, sie einzudämmen. Begonnen hat das 1960. Damals halfen 49 Sanitäter bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in Kongo. Später standen über 27.000 rot-weiß-rote Blauhelme auf den Golanhöhen und über 17.000 Blauhelme auf Zypern im Einsatz.

730 Österreicher in 16 Missionen im Auslandseinsatz

Momentan sind rund 730 Österreicher in 16 Missionen im Einsatz – etwa im Nahen Osten, im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina. Zu ihren Aufgaben zählen das Melden von Verletzungen von Waffenstillständen oder das Verhandeln mit den Streitparteien, erklärt Auslandseinsatzbasis-Kommandant Claus Amon.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, die sich zum 60-Jahr-Jubiläum der Auslandseinsätze selbst ein Bild von der Ausbildung in NÖ macht, will die Missionen trotz der Umstrukturierungen beim Heer künftig beibehalten: „Die Auslandseinsätze werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. 732 Soldatinnen und Soldaten sind es derzeit. Wir werden bei Bedarf auf 1.000 anwachsen.“

Dass sich die Missionen in Kriegs- und Krisengebieten nicht für jeden eignen, betont Amon. Klar wird das auch bei der gespielten Szene, die immer den Übungsabschluss für Auslandseinsätze bildet. „So etwas ist das schlimmste Szenario. Aber es kann passieren, und es passiert immer wieder“, gibt er einen Einblick in die Arbeit der 730 Österreicher, die momentan im Einsatz stehen.