Niederösterreicher machen Jagd auf Van der Bellen

Erstellt am 20. September 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
BP-Wahl 2022
Vier der sechs Herausforderer des amtierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen (Mitte) kommen aus Niederösterreich: FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz, Turbobier-Gründer Dominik Wlazny alias Marco Pogo, Michael Brunner (MFG) und Schuhfabrikant Heini Staudinger.
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Walter Rosenkranz, Heini Staudinger, Dominik Wlazny und Michael Brunner treten gegen den Amtsinhaber an.
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Am 9. Oktober wird ein neuer Bundespräsident gewählt. Die Auswahl an Kandidaten ist so groß wie nie: Auf dem Stimmzettel werden sieben Namen stehen. Lesen wird man dort neben dem amtierenden Präsidenten Alexander Van der Bellen auch vier Niederösterreicher: Walter Rosenkranz, Heini Staudinger, Dominik Wlazny und Michael Brunner. Nur einen weiblichen Namen sucht man erfolglos. Erstmals seit 1980 tritt keine Frau an.

Der 78-jährige Amtsinhaber Alexander Van der Bellen will im Wahlkampf vor allem Stabilität vermitteln. Auf seinen Plakaten setzt er wie bei seinem Erstantritt 2016 auf das Heimatgefühl.

Rosenkranz will in die Stichwahl

Seine Herausforderer treten alle gegen das System auf. Walter Rosenkranz, der einzige Kandidat einer etablierten Partei, der FPÖ, wirbt damit, „unser Österreich zurückholen zu wollen“. Der 60-jährige frühere Landespartei-Obmann der FPÖ hat die Teuerung, die Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte sowie das Ende der Russland-Sanktionen zu seinen Kernthemen gemacht.

Er betont stets, dass er als Präsident eine aktivere Rolle einnehmen würde. Sein Wahlziel ist hoch: „Ich will in eine Stichwahl mit dem amtierenden Präsidenten kommen und diese gewinnen“, sagt er.

Während der FPÖler schon in seiner Studienzeit politisch aktiv war, ist der Waldviertler Heini Staudinger in dem Bereich überregional noch weitgehend unbekannt. Abseits dessen hat der 69-Jährige aber schon viel gemacht: 1980 kaufte er in Dänemark auf Pump „Earth Shoes“ und eröffnete einen Laden in Wien, später sattelte er auf GEA um, mittlerweile betreibt er eine Schuh- und Möbel-Werkstätte in Schrems.

Staudinger wirbt für einen neuen Lebensstil, der das gute Leben und nicht das Geld in den Fokus stellt. Er kritisiert die Impfpolitik, appelliert, die Klimakatastrophe noch zu verhindern und will sich für kleine Betriebe einsetzen. Angesprochen auf sein Ziel, bringt auch Staudinger eine Stichwahl ins Spiel: „Ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass ich da hinkomme. Aber geil fänd ich‘s schon!“

Jüngster Kandidat, der je ins Rennen um die Hofburg ging, ist Dominik Wlazny (35), besser bekannt als „Marco Pogo“. Der studierte Arzt und Gründer der Bier-Partei sowie eines Bier-Labels, der in Hollabrunn in die Schule ging, meint, als Präsident eine moralische Richtschnur sein zu wollen. „Man würde sich viel Leid und Peinlichkeiten ersparen, wenn man sich vor der Angelobung anschaut, wer sich für ein Ministeramt bewirbt“, sagt Wlazny und meint, dass er alle angehenden Minister von einer Kommission überprüfen lassen würde. Eine Prozentzahl gibt der Musiker nicht als Ziel an: „Ich will den Diskurs anregen.“

Der vierte NÖ-Kandidat ist durch seine Beschwerden gegen die Corona-Maßnahmen und mit der Landtagswahl in Oberösterreich bekannt geworden: Der Jurist und geborene Wiener Michael Brunner (MFG) wohnt heute in Pressbaum. Er stellt sich im Wahlkampf neben der Covid-Politik auch gegen die Russland-Sanktionen.

Neben den vier Kandidaten aus NÖ gehen noch Anwalt und Ex-Krone-Kolumnist Tassilo Wallentin sowie Gerald Grosz (Ex-FPÖ und BZÖ) ins Rennen.

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