ISTA will in fünf Jahren 100 Millionen Euro an Spenden sammeln

Erstellt am 23. Juni 2022 | 19:19
Lesezeit: 3 Min
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Thomas Henzinger sieht klare Vorteile in dem Finanzierungsmodell.
Foto: Peter Rigaud/ISTA
Das Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg startet eine Fundraising-Kampagne: Ein Viertel des Ziels hat es - dank einer Großspenderin - bereits zum Projekt-Start geschafft.
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Internationale Elite-Unis machen das schon lange. Über sogenannte Capital Campaigns, also zeitlich begrenzte Kampagnen, generieren sie eine vorher fixierte Summe an Geld für bestimmte Forschungsprojekte. Das Geld wird meist über einen langen Zeitraum veranlagt. Als nach eigenen Angaben erste österreichische Einrichtung folgt das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg nun dem Beispiel der Uni Stanford, des ETH Zürich oder des Weizmann Instituts. 

Mit einer Gala im Stadtpalais Liechtenstein fiel der Startschuss für eine Capital Campaign, mit der das Institut für Grundlagenforschung innerhalb von fünf Jahren 100 Millionen Euro mobilisieren will. Damit soll ein Kapitalstock aufgebaut werden, aus dessen Erlösen langfristig die Grundlagenforschung und Ausbildung in den Bereichen Biologie, Physik, Chemie, Mathematik und Computerwissenschaften am ISTA mitfinanziert werden soll. Dafür wird ein eigenes Team aus Expertinnen und Experten eingesetzt, das auch potenzielle Spenderinnen und Spender beraten soll.

Magdalena Walz spendete dem Institut 25 Millionen Euro

Typisches Element großer Capital Campaigns ist ein sogenannter anchor donor, also eine Person, die mit einer maßgeblichen Spende die Kampagne sichtbar einleitet. Im Falle des ISTA ist dies Magdalena Walz. Die 1924 in Wien geborene Unternehmerin starb 2021 und hinterließ dem ISTA in ihrem Testament ihr Vermögen in Höhe von rund 25 Millionen Euro. „Wir sind Frau Walz unendlich dankbar. In ihrem Fall gilt besonders, dass der Wert einer Spende den eigentlichen Betrag bei weitem übersteigt, weil damit ihre Wertschätzung für das in Österreich einmalige Modell des ISTA – Exzellenz und Unabhängigkeit – zum Ausdruck kommt“, sagt ISTA-Präsident Thomas Henzinger. In Anerkennung und Dankbarkeit wird die allererste Widmungsprofessor des ISTA nach der Spenderin benannt: Peter Jonas, einer der renommiertesten Neurowissenschaftler Europas, der seit 2010 am ISTA forscht, wird zum „Magdalena Walz Professor for Life Sciences“ ernannt. 

Henzinger sieht klare Vorteile im Kapitalstock-Modell: Während herkömmliche Spenden einmal eingenommen und dann ausgegeben werden, komme es durch das Endowment zu einer "ewigen Veranlagung, deren Erlöse der Forschung und gleichzeitig der kontinuierlichen Erhöhung des Kapitals zu Gute kommen". Dazu komme der "Extra-Bonus", dass Spenden an das ISTA vom Bund verdoppelt werden. "Gekoppelt mit einer möglichen steuerlichen Abschreibung für den Spender kann das einen Hebel von 1:4 ergeben", so der ISTA-Präsident.