Causa Aschbacher: Externe Prüfung der Arbeit beauftragt. Die Abschlussarbeit von Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) soll nach einer "Basisevaluierung" durch die FH Wiener Neustadt jetzt durch "unabhängige, externe Experten" geprüft werden. FH-CEO Mahr versichert: "Wir bleiben anerkannte Leitinstitution."

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2021 (10:19)
ÖVP-Politikerin: Habe "nach bestem Wissen und Gewissen" gearbeitet
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Die durch den Plagiatsjäger Stefan Weber schwer in Kritik geratene Diplomarbeit von Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher soll jetzt Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens der FH Wiener Neustadt durch "unabhängige, externe Expertinnen und Experten" geprüft werden. Das gab die Leitung der FH Wiener Neustadt heute bekannt. 

Die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) soll Aschbachers Arbeit und ein erstelltes Gutachten prüfen. „Die Expertise der ÖAWI wird das behördliche Verfahren an der Hochschule mit ihrer Objektivität und jenen unabhängigen Gutachten unterstützen, die unsere weiteren Schritte leiten werden. Wir blicken dem Ergebnis absolut neutral entgegen“, sagt FHWN-CEO Armin Mahr. 

Causa Aschbacher: Externe Prüfung beauftragt. Im Bild: Campus der Fachhochschule Wiener Neustadt
FHWN

Mahr: "Zu Recht einen tadellosen Ruf"

FH-CEO Mahr unterstreicht in einer Aussendung, dass die rund 1.100 Abschlussarbeiten , die jährlich an der FH Wiener Neustadt betreut werden, von der Plagiatssoftware Docoloc gescannt und von Expertinnen und Experten begutachtet werden.

"Wir schärfen täglich unser Qualitätsbewusstsein und bleiben anerkannte Leitinstitution“, verwahrt sich Mahr gegen Pauschalierendes in der durch den Fall Aschbacher ausgelösten aktuellen Diskussion. „Unsere Mitarbeiter, Studierenden und Absolventinnen genießen zu Recht einen tadellosen Ruf", sagt Mahr.

Plagiatsvorwürfe gegen Aschbacher

Als am 8. Jänner dieses Jahres Webers Plagiatsvorwürfe gegen Christine Aschbacher bekannt wurden, leitete Kollegiums Leitung der FHWN Ermittlungen ein, um den Sachverhalt aufzuklären. Jetzt liege ein Gutachten als Teil des Verfahrens, in dem vor allem die zum Zeitpunkt der Abgabe der Arbeit (2006) geltende Rechtslage, die Begleitumstände und damit der Maßstab der weiteren Prüfung evaluiert wurden, abgeschlossen.

Auch in ihrer Dissertation an der Slowakischen Technischen Universität Bratislava, soll Aschbacher großflächig abgeschrieben haben. Die TU Bratislava kündigte ebenfalls eine Überprüfung an.

Aschbacher gab am 10. Jänner bekannt, dass sie von ihrem Ministerposten zurücktritt. In einer persönlichen Erklärung teilte sie damals mit: „Die Anfeindungen, die politische Aufgeregtheit und die Untergriffe entladen sich leider nicht nur auf mich, sondern auch auf meine Kinder, und das mit unerträglicher Wucht. Das kann ich zum Schutz meiner Familie nicht weiter zulassen. Aus diesem Grund lege ich mein Amt zurück."