Erstellt am 28. Dezember 2016, 01:54

von Martin Gebhart

Bischof Klaus Küng: "Weihnachten als Antwort“. Bischof Klaus Küng hat in seiner Predigt eine klare Botschaft an die Naturwissenschaften, speziell die Medizin, platziert: Die Ganzheitlichkeit des Menschen nicht zu übersehen.

Bischof Klaus Küng verwies in seiner Predigt am Christtag auf die Gefahren der Naturwissenschaften, den Menschen nicht als Abbild Gottes zu sehen.  |  Zarl

Eine deutliche Botschaft an die Naturwissenschaften verpackte St. Pöltens Bischof Klaus Küng in seiner Predigt am Christtag. Diese würden Gefahr laufen, den Menschen nicht mehr als Abbild Gottes zu sehen.

Ausgangspunkt war der Satz: „Wenn Gott verschwindet, verschwindet der Mensch.“ Küng: „Wenn Gott verschwindet, droht auch aus anderen Gründen Gefahr. Jeder Mensch wird nicht mehr als einzigartiges Abbild Gottes gesehen, sondern er wird ein Machbarkeits-, ein Kosten- und Nutzenfaktor.“ Und: „Es ist eine der Gefährdungen der Naturwissenschaften, insbesondere der Medizin. Sie hat sich in der Zeit der Aufklärung von den anderen Geisteswissenschaften, insbesondere von Theologie und Philosophie abgekoppelt. Durch die Anwendung der naturwissenschaftlichen Methoden, bei denen ausschließlich das Messbare, Nachweisbare Grundlagen der Forschung sind, hat sie zwar ohne Zweifel riesige Fortschritte erzielt, aber sie läuft Gefahr, die Ganzheitlichkeit des Menschen zu übersehen.“

So komme, dass etwa naheliegend und vernünftig scheine, bei jedem Verdacht auf Behinderung Schwangerschaften zu beenden, so als ginge es um ein krankes Glied, das man abtrennt, oder es werde Beihilfe zum Suizid geleistet, wenn das, was man heute als „Lebensqualität“ ansieht, nicht mehr gegeben sei. Für Küng ist da „Weihnachten die Antwort“. „Das Ereignis von Weihnachten führt uns in der tiefst möglichen Weise die Schönheit und die Bedeutung menschlichen Lebens vor Augen“, so der Bischof.

Im Wiener Stephansdom predigte Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn über den Glauben, um den viel gerungen werde. Schönborn: „Zu glauben, dass wir unseren Glauben anpassen können, an den Zeitgeist oder an das, was andere Religionen glauben, damit wir keine Konflikte haben, etwas herunter zu graduieren, das geht nicht.“