Besuchsverbote an Heimen weichen Ampeln. Heime sollen bei steigenden Zahlen weiter Besucher zulassen dürfen.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 26. August 2020 (05:44)
Das Besuchsverbot in Alters- und Pflegeheimen habe im Frühjahr die Bewohner geschützt. Künftig sollen solche Verbote aber vermieden werden.
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Der Bericht „Covid-19 in Alten- und Pflegeheimen“ vom Gesundheitsministerium gab der Landes-ÖVP um Geschäftsführer Bernhard Ebner und Generationensprecher Hermann Hauer am Montag Anlass für eine erste Coronabilanz in den NÖ Pflegeeinrichtungen. Demnach ist im Schnitt eine Person von 1.000 Heimbewohnern an bzw. mit Corona verstorben, elf Prozent aller bisherigen Corona-Opfer des Landes lebten in den Alters- und Pflegheimen.

Österreichweit liegt der Wert bei 37 Prozent, in Slowenien oder Kanada sogar bei über 80 Prozent, berief sich Ebner auf den Bericht. Das führe vor Augen, dass das Besuchsverbot, das ab März in Kraft getreten ist, „erfolgreich einen Flächenbrand in unseren Alters- und Pflegeheimen verhindert“ hat, ist er überzeugt.

Ebner: „Müssen weiter achtsam sein.“
VPNÖ

So weit soll es aber in Zukunft nicht mehr kommen. Sollten die Zahlen weiter steigen, will man sich an den Corona-Ampeln orientieren und danach handeln. Ein neuerliches vollständiges Besuchsverbot wurde am Montag ausgeschlossen. Vielmehr mahnte Ebner weiter Achtsamkeit ein: „Machen wir uns die Leistungen im Kampf gegen die erste Welle nicht zunichte, indem wir es jetzt leichtfertig zu einer zweiten kommen lassen.“

Hauer verwies unterdessen auch auf die Leistungen des Pflegepersonals in Betreuungseinrichtungen wie im privaten Bereich. Pflegende Angehörige, die bis Dezember einen Österreichurlaub machen, können etwa um Unterstützung ansuchen.