Schuljahr mit Herausforderungen: Eine Bilanz. Distance Learning überforderte einige. Leistungen sind insgesamt besser als im Vorjahr.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 07. Juli 2020 (13:24)
Laptops gehören für Schüler künftig verstärkt zur Standort-Ausstattung.
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Es ist geschafft! 196.199 NÖ-Schüler genießen die ersten Ferientage, das Corona-Schuljahr ist Geschichte. Gebracht hat es Herausforderungen, die sich im September niemand hätte vorstellen können: Gelernt wurde wochenlang zuhause über Online-Plattformen. Nach den Schulschließungen am 16. März durften die letzten Kinder und Jugendlichen erst Anfang Juni wieder in die Klassen zurück – und auch da nur im „Schichtbetrieb“.

Die Politik stellt den Schulen für die Umsetzung der Maßnahmen ein positives Zeugnis aus: „Es war eine Riesen-Herausforderung, aber es ist sehr gut verlaufen“, resümiert Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP).

Die Zahlen zeigen, dass das Virus weitgehend von den Bildungseinrichtungen ferngehalten werden konnte: Infektionen gab es an zehn Standorten. 26 Lehrer wurden positiv getestet, 24 Schüler.

Szirucsek: "Die Lehrer haben es gut gemeint."

Vor Schwierigkeiten wurden die Betroffenen dennoch gestellt. Das Distance Learning überforderte einige. „Die Lehrer haben es sehr gut gemeint“, sagt Landeselternverbandsvorsitzender Stefan Szirucsek. Dadurch seien viele Schüler zeitlich stärker beansprucht worden. Weil nicht alle die Herausforderung gleich gut bewältigen konnten, wird heuer an 90 Standorten in NÖ eine Sommerschule angeboten. 3.423 Schüler holen dort Versäumtes nach.

Insgesamt schlagen sich die Herausforderungen in den Leistungen nicht nieder. Die Schüler schneiden laut Bildungsdirektor Johann Heuras sogar besser ab als im Vorjahr. In den NMS schlossen etwa 44,4 Prozent der Schüler mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg ab, in den Gymnasien sogar 56,6 Prozent und damit mehr als im Vorjahr (42,5 bzw. 46,8 Prozent).

Quelle: Land NÖ, Bild: shutterstock.com/Roman Samborskyi, Grafik: Dürrmoser

Selbst die Mathe-Matura sei nicht so „tragisch“, wie es zuerst ausgesehen habe. Zwar ist schriftlich jeder Fünfte durchgefallen, viele konnten sich aber durch ihre Leistungen im Schuljahr oder Kompensationsprüfung noch retten (siehe Grafik).

Hoffnung auf „normalen Unterricht“ im Herbst

Wie es nach den Ferien weitergeht, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Teschl-Hofmeister macht aber jenen, die sich nach Schulalltag sehnen, Mut: „Die Hoffnung lebt, dass es im Herbst normalen Unterricht gibt“.

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