Impf-Anmeldung für Gesundheitspersonal startet. Für Über-80-Jährige gibt es vorerst keine weiteren Impftermine. Grund ist der Mangel an Pfizer-Impfstoff. Stattdessen können nächste Woche Ärzte, Apotheker, aber auch Angehörige von Schwangeren oder schwerkranken Kindern Termine für die Corona-Impfung buchen.

Von Lisa Röhrer und APA . Erstellt am 19. Februar 2021 (13:03)
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43.400 Impf-Anmeldungen hat es, laut Notruf NÖ, bislang aus der Gruppe der Über-80-Jährigen gegeben. Das heißt, dass einige der über 62.000 Vorgemerkten auch nach der zweiten Anmelde-Runde am Mittwoch noch keinen Termin für ihren "Stichtag" haben. 

Jetzt müssen sich die alten Menschen und ihre Angehörigen aber noch länger gedulden. Ebenso ältere Hochrisikopatienten. Nächsten Freitag wird es zwar wieder einen Termin zur Impf-Anmeldung geben. Allerdings nicht für Über-80-Jährige, sondern für Unter-65-Jährige, die im Gesundheitswesen arbeiten. Dazu zählen etwa noch nicht geimpfte Ärzte, Personal in Ordinationen, Menschen, die in Einrichtungen mit Behinderten arbeiten, oder Apotheker. Ebenfalls Termine buchen können heute in einer Woche die engsten Angehörigen von Schwangeren oder schwerkranken Kindern sowie Betreuer von behinderten Menschen. 

"AstraZeneca ist kein minderwertiger Impfstoff"

Hintergrund ist der, dass der AstraZeneca-Impfstoff, den NÖ in der nächsten Lieferung erhält, für Über-65-Jährige nicht empfohlen wird. Was wiederum darauf zurückzuführen sein soll, dass es dazu noch keine ausreichenden Studien gibt.

"Wann wir die nächste Pfizer-Lieferung bekommen, wissen wir nicht", sagt NÖ-Impfkoordinator Christof Chwojka. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) betonen jedoch, dass der AstraZeneca-Impfstoff kein minderwertiger Impfstoff sei. Sie appellieren, jedes Angebot eines Impfstoffes zu nutzen. 

Insgesamt werden nächsten Freitag 56.000 Impf-Termine vergeben. Impfkoordinator Christof Chwojka rechnet damit, dass diese wiederum rasch gebucht werden. Wie groß die Gruppe der Impfangemeldeten ist, sei nicht klar. "Wir wissen nicht, wie viele schwanger sind", sagt der Notruf-NÖ-Chef. 

"Anmeldesystem wird permanent verbessert"

Erfolgen wird die Impf-Anmeldung nächsten Freitag wiederum über das zuletzt vielfach kritisierte Online-Anmeldesystem. Das werde "permanent verbessert", sei aber "weitgehend alternativlos", sagte der Impfkoordinator. Auch Patientenanwalt Gerald Bachinger hielt  fest, dass die Beschwerden der Bevölkerung über den Registrierungsmodus "besprochen und analysiert" worden seien. Künftig werde auch eine Kooperation mit den Krankenversicherungsträgern eingegangen, 'um eine bessere Erfassung von Hochrisikopatienten zu haben', so Bachinger.