Niederösterreichs Impfzentren stellen ihren Betrieb ein. Ab August übernehmen niedergelassene Ärzte. Auch das Test-Angebot wird verringert.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 14. Juli 2021 (03:55)
Symbolbild
APA/dpa

Die Infektionszahlen sind zuletzt wieder gestiegen, wenngleich sie sich weiter auf niedrigem Niveau befinden. Momentan sind in NÖ rund 230 Menschen nachweislich mit Covid infiziert. 15 Patienten müssen im Spital behandelt werden, davon neun auf einer Intensivstation. Zu Spitzenzeiten waren über 700 Personen im Spital, 110 auf einer Intensivstation.

Delta-Variante ist auf Vormarsch

Gleichzeitig breitet sich die ansteckendere Delta-Virusvariante immer stärker aus. 40 Prozent aller Neuinfektionen sind darauf zurückzuführen.

„Wir müssen also trotz der erlangten Freiheiten vorsichtig bleiben“, meint Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).

Dem Land gehen Impfwillige aus

Über eine Million Menschen sind in NÖ aktuell mindestens einmal gegen Corona geimpft. Das sind knapp 60 Prozent der Bevölkerung – mehr davon aus der älteren Generation.

Mit 22.000 Stichen täglich läuft die Arbeit in den Impfzentren momentan noch auf Hochtouren. Werden die jetzt noch gebuchten Termine eingehalten, liegt NÖ Mitte August bei 70 Prozent Durchimpfungsrate (gemessen an der impfbaren Bevölkerung), heißt es von Notruf NÖ.

Impfzentrenschließen im August

Dann werden maximal noch ein paar hundert Leute pro Tag ihren Stich gegen Corona wollen. Die 20 Impfzentren stellen deshalb ihren Betrieb am 15. August ein.

Weitere Impfungen übernehmen niedergelassene Ärzte. Die Anmeldung kann bei ihnen oder über die Anmeldeplattform www.impfung.at laufen. Für den Fall, dass Auffrischungsimpfungen nötig sein werden – was noch nicht klar ist –, sieht das Land die Sozialversicherungsträger in der Pflicht.

Keine Spontan-Impfungen in NÖ

Termine für Impfungen ohne Anmeldung, wie etwa in Wien, soll es in NÖ nicht geben. Laut den Landesräten ist das nicht nötig: „Auf der Plattform sind immer Termine verfügbar.“ In der Vorwoche mussten sich einige NÖN-Leser jedoch gedulden. Weil der verfügbare Impfstoff für Zweitimpfungen verwendet wird, gab es vorübergehend keine neuen.

Fünf bis zehn Prozent der Termine werden „geschwänzt“ . Klagen gibt es aus anderen Ländern über fehlende Disziplin beim Einhalten der Termine – gerade bei Zweitimpfungen in der Urlaubszeit. In den NÖ-Impfzentren werden täglich fünf bis zehn Prozent der Termine nicht wahrgenommen. In vielen Fällen aber, weil Personen eine andere Impfmöglichkeit bekamen, so Pernkopf.

Erste Teststraßen geschlossen

Neben den Impfzentren wird das Test-Angebot schön langsam heruntergefahren. Der Andrang sei gesunken, berichtete Königsberger-Ludwig.

Mit den Gemeinden soll entschieden werden, wo es weiter Teststraßen braucht. Zusätzlich werde es weiter die Möglichkeit der Selbsttests geben. Von den PCR-Drive-Ins für Verdachtsfälle haben mit Schwechat und Krems schon die ersten geschlossen. Zahlen: Stand Montag