Trauer um Medien-Urgestein. Der ehemalige "Furche"-Chefredakteur und VÖZ-Pressesprecher Hannes Schopf, der in Auersthal im Bezirk Gänserndorf lebte, starb am Karfreitag an den Folgen einer Covid-19-Infektion, die er sich im Skiurlaub in Ischgl zugezogen hatte.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 11. April 2020 (17:25)
Hannes Schopf ist im Alter von 72 Jahren verstorben.
APA/VÖZ/FRANZ HELMREICH

Im Alter von 72 Jahren ist das Medien-Urgestein Hannes Schopf am Karfreitag gestorben. Der ehemalige Pressesprecher des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und frühere Chefredakteur der „Furche“ starb am Coronavirus, mit dem er sich bei einem Skiurlaub in Ischgl infiziert haben dürfte.

Wie so viele große Journalisten begann Hannes Schopf seine Laufbahn bei der NÖN, wo er einst als freier Mitarbeiter im Weinviertel tätig war. Nach Jahren bei anderen Zeitungen und Magazinen übernahm der die Leitung des ÖVP-Pressedienstes. 1979 wechselte er als Innenpolitik-Ressortchef zur Wochenzeitung „Die Furche“, wo er 1984 zum Chefredakteur bestellt wurde. 1993 wechselte Schopf zum "Österreichischen Bauernbündler" (heute: "Österreichische Bauernzeitung") , ehe er 1999 seine Tätigkeit als Pressesprecher des VÖZ antrat, die er bis zu seinem Pensionsantritt 2012 ausfüllte. 

In den vergangenen Jahren engagierte sich Hannes Schopf publizistisch ehrenamtlich weiter, unter anderem als Vorstandsmitglied des Presseclubs Concordia, als Ombudsmann des Österreichischen Presserates sowie als Vorsitzender der Publizistikförderungskommission. 

„Hannes Schopf war einer der Grandseigneurs des österreichischen Journalismus, der viele seiner Kollegen und Mitstreiter begeisterte und prägte. Er und sein messerscharfer, analytischer Blick auf die Entwicklungen unserer Zeit werden mit Sicherheit fehlen“, schrieb VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger in einem Nachruf. 

"Wir haben einen herausragenden Journalisten, Medienexperten und Menschen verloren" NÖN-Geschäftsführer Fritz Dungl

Auch NÖN-Geschäftsführer Fritz Dungl trauert um einen Freund und langjährigen Weggefährten: „Ich durfte Hannes 1993 näher kennen lernen, als er zum Bauernbund kam. Er hat mich sofort mit seiner Ruhe und seinem scharfen Verstand beeindruckt. Sein geradliniger und ehrlicher Umgang, ohne je verletzend zu werden, war genauso bewundernswert wie sein Humor. Im Verband Österreichischer Zeitungen hat er viel für unsere Verlage erreicht. Wir haben einen herausragenden Journalisten und Medienexperten, aber vor allem auch einen herausragenden Menschen verloren.“ 

Hannes Schopf hinterlässt eine Frau und einen erwachsenen Sohn.