Die Kunst im Netz statt im Museum. Auch wenn Niederösterreichs Kunsthäuser zurzeit geschlossen sind: Kunst gibt’s trotzdem – und zwar digital.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 08. April 2020 (03:42)
Derzeit nur digital zu sehen: Misleidys Castillo Pedrosos Kopf aus 2017 aus der Gugginger Galerie, Fix & Foxi Nummer 224, aus dem Karikaturmuseum, oder Robin Rhodes „Twilight“ aus 2012 (von links) aus der Kremser Kunsthalle.
Christian Berst Art Brut, Paris; Sammlung Dr. Stefan Piëch; Robin Rhode

Einer der ganz Großen hat schon sein eigenes Museum. Nicht im Vatikan, in den Uffizien und im Louvre. Sondern im Netz. Dort wird Raffaello Sanzio, kurz: Raffael, heuer gefeiert – virtuell.

Und die anderen? Die stellen statt analog jetzt digital aus. Und das in den großen wie kleinen Kunsthäusern, auch in Niederösterreich.

Die Galerie Gugging etwa hat ihre jüngste Vernissage noch (klein) gefeiert. Seither ist sie, wie das Museum am Gugginger Kulturhügel, zu. Und hat statt dessen ihren eigenen YouTube-Kanal eröffnet. Dort zeigt sie unter dem Titel „…weiblich mächtig – männlich zart…“ Werke der kubanischen Künstlerin Misleidys Castillo Pedroso und des Guggingers Oswald Tschirtner, dem ja auch das Museum seine große heurige Personale gewidmet hat.

An der Kremser Kunstmeile dagegen hat weder die Landesgalerie ihre diesjährige Saison noch Kunsthalle oder Karikaturmuseum ihre Frühlingsschauen eröffnen können. Dafür erzählt Kunstsammler Ernst Ploil per Video über Schiele, Rainer und Kokoschka, die Christian Bauer in der Landesgalerie zeigen wollte. Dafür führt Künstler Robin Rhode in einer Video-Tour durch seine fertig aufgebaute Ausstellung in der Kunsthalle. Dafür gibt’s die Comic-Klassiker Fix & Foxi von Rolf Kauka als Audiobeitrag aus dem Karikaturmuseum zum Hören statt zum Sehen. Und die „Hearonymus-App“ aus dem digitalen Archiv von Manfred Deix zum Herunterladen.

Im Museum Niederösterreich im St. Pöltner Kulturbezirk wird neben Streams, Blogs und Touren auch noch gebastelt. Denn: Den „Sonntag im Museum“ gibt’s jetzt frei Haus, mit Bastelvideos und Malvorlagen direkt ins Wohnzimmer. Die Schallaburg schippert heuer nicht analog, sondern digital die Donau entlang. Und erzählt dabei Hörgeschichten für kleine und große Besucher. Und in Carnuntum geht man auf Abenteuersuche – wie bei allen anderen im Netz.