Land NÖ: "Verantwortung für Kultur". Ausbezahlte Förderungen, individuelle Lösungen, ein um fünf Millionen Euro aufgestockter Künstlersozialversicherungsfonds und Kultur per Internet frei Haus - so will Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner Niederösterreichs Kulturschaffende gerade in Zeiten von Covid-19 unterstützen.

Von NÖN Redaktion und Michaela Fleck. Erstellt am 25. März 2020 (11:06)
Will "rasch und nachhaltig" Niederösterreichs Kulturschaffende unterstützen: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
NLK / Filzwieser

„Wir leben in einer Ausnahme-Situation. Die Einschnitte und Maßnahmen der Bundesregierung bringen natürlich auch besondere Auswirkungen und Herausforderungen für den gesamten Kulturbereich in Niederösterreich mit sich." Stellt Johanna Mikl-Leitner fest. Und will gerade jetzt "den Menschen im Kulturbereich beistehen.“ 

Denn auch wenn nach wie vor unklar ist, wann ein regulärer Kulturbetrieb wieder möglich ist: "Wir nehmen unsere Verantwortung war!" Die zugesagten Förderungen des Landes für Kunst und Kultur werden weiterhin ausbezahlt. Die Kulturabteilung stellt überdies beim Ausfall von Veranstaltungen aufgrund der akuten Lage keine Rückforderungen.

Abgesehen davon tritt man "aktiv" mit den heimischen Fördernehmerinnen und Fördernehmern in Austausch, auch, um vorausschauend Maßnahmen zu setzen. Bereits über 100 Anliegen wurden in den vergangenen Tagen bereits bearbeitet. Kulturschaffende können sich mit ihren Anliegen per Mail an corona.k1@noel.gv.at direkt an die Kulturabteilung wenden - die NÖN berichtete:

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran, möglichst individuelle Lösungen zur Unterstützung der Kulturschaffenden, der Kunst- und Kulturvereine und der niederösterreichischen Kulturbetriebe zu finden", fasst Niederösterreichs Landeshauptfrau zusammen. Diese sollen "sowohl rasch wirken als auch nachhaltig sein". Zudem verweise man auf den Künstlersozialversicherungsfonds, der heuer um zusätzliche fünf Millionen Euro für Beihilfen aufgestockt wird. Auch hier seien die Details gerade in Ausarbeitung – die aktuellsten Information werden auf www.ksvf.at veröffentlicht. 

Und auf der Kultur-Homepage des Landes, kultur.noe.at, schickt man die Kultur ab sofort digital ins Wohnzimmer.„In dieser herausfordernden Zeit wollen wir weiterhin die Sichtbarkeit des niederösterreichischen Kulturschaffens unterstützen und damit auch die Nahversorgung mit kulturellen Inhalten für das Publikum garantieren. Damit liefern wir Kultur aus Niederösterreich frei Haus“, so Johanna Mikl-Leitner.

Ein eigener Zeichen- und Malwettbewerb der Kulturabteilung für Kids vertreibt die aufkommende Langeweile ebenso wie die kreativen Bastelanleitungen und Lesetipps von Zeit Punkt Lesen. Das Karikaturmuseum Krems stellt seine aktuelle Ausstellung zum Thema 25 Jahre Österreich in der EU in Form eines Podcasts vor. Der südafrikanische Künstler Robin Rhode führt per Video durch seine Ausstellung „Memory ist the weapon“ in der Kunsthalle Krems. 

Während im Filmarchiv Laxenburg das digitale Heimkino eröffnet wird, öffnet Regisseur Georg Riha exklusiv und unentgeltlich seine Film-Schatzkiste. Spannend sind auch die Kurzfilme der Volkskultur Niederösterreich über rar gewordene Handwerkstechniken. Die Kulturtechnik des Lesens beziehungsweise Vorlesens steht zurzeit hoch im Kurs. Das Landestheater Niederösterreich führt, täglich zum Nachlesen, virtuell Tagebuch und Literatur zum Nachhören findet man unter dem Lesungsarchiv „aufdraht“.

In der Datenbank „Gedächtnis des Landes“ kann man historische Meilensteine aus der Geschichte Niederösterreichs durchstöbern. Die Topothek ermöglicht digitale Zeitreisen zu vielen Orten in Niederösterreich anhand von alten Ansichten und privaten Aufnahmen. Auf seinem Blog lässt das Museum Niederösterreich Autorinnen und Autoren über Themen von Natur bis zur Geschichte zu Wort kommen. Ein aufwändig gestalteter virtueller 360°-Rundgang durch Schloss Hof und seinen Park umfasst das prächtige Innenleben ebenso wie die Vogelperspektive. Wissenswertes zur Denkmalpflege im Land kann mit Hilfe der gesammelten Ausgaben der Denkmalpflegebroschüre nachgelesen werden.