Land rüstet sich für größere Impfstoff-Mengen. Die Anzahl der verfügbaren Vakzine soll sich verdreifachen. Am 19. April werden die 20 Impfzentren in Niederösterreich deshalb den (Teil-)Betrieb aufnehmen. Gleichzeitig werden die Testkapazitäten weiter ausgebaut.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 08. April 2021 (15:50)
Impf-Zwischenstand: Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Ulrike Königsberger-Ludwig sind sich einig: "Die Strategie Impfen und Testen wirkt"
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Ein Drittel der impfbaren Bevölkerung in Niederösterreich hat bereits die erste Impfdosis erhalten oder zumindest einen Termin dafür. Bei den Über-60-Jährigen sind es 42 Prozent, 72 Prozent bei den Über-70-Jährigen und 84 Prozent bei den Über-80-Jährigen. Die gebuchten Termine reichen bis in den Mai. 

Der steigende Anteil an Geimpften macht sich, wie Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) berichten, auch in den Infektionszahlen in diesen Altersgruppen bemerkbar: In den Pflege- und Betreuungszentren in Niederösterreich seien derzeit nur noch sieben Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Ende November seien es über 400 gewesen.

Insgesamt haben sich die Altersgruppen bei den positiv Getesteten deutlich verschoben: So sind aktuell 57 Prozent der Infizierten zwischen 30 und 59 Jahren alt, 34 Prozent unter 30 und nur mehr 19 Prozent über 60. "Die Strategie Impfen und Testen wirkt", zeigen sich Pernkopf und Königsberger-Ludwig optimistisch. 

100.000 Impfungen pro Woche geplant

In den kommenden Wochen sollen die Kapazitäten in beiden Bereichen weiter ausgebaut werden. Geschaffen werden, wie berichtet, 20 Impfzentren. Pernkopf, Königsberger-Ludwig, Gemeindevertreter und Patientenanwalt Gerald Bachinger sind sich einig, dass diese neue Struktur große Vorteile bringe - auch, wenn es von der Ärztekammer und aus einzelnen Gemeinden zuletzt viel Kritik an den Plänen gab. Ziel sei es dort insgesamt 100.000 Corona-Impfungen pro Woche durchzuführen. Geöffnet sein werden die  Impfzentren zum Vollausbau ab Mai sieben Tage die Woche. 

Während in den vergangenen Wochen immerzu ein Mangel an Vakzinen herrschte, hofft man nun auf größere Liefermengen: Gerechnet wird mit einer Verdreifachung der Impfstoffmenge im zweiten Quartal. Pernkopf ist deshalb auch überzeugt, dass, wie Kanzler Sebastian Kurz ankündigte, bis Ende Juni jeder, der das möchte, eine erste Dosis oder zumindest ein fixes Datum für seinen "Stichtag" erhalten hat.

Niedergelassene Ärzte verimpfen "Johnson und Johnson" sowie AstraZeneca

Neben den Impfzentren werden auch die niedergelassenen Ärzte weiter impfen. Sie erhalten den AstraZeneca-Impfstoff wie den "Johnson und Johnson". Außerdem werden sie, wie Allgemeinmediziner Marco Leonardelli aus Hainburg (Bezirk Bruck) erklärt, weiterhin erster Ansprechpartner für ihre Patienten bei Fragen rund um die Impfung sein. Von den in den Gemeinden eingerichteten Impfstraßen werden 14 (von 19) in die neuen Impfzentren übergeführt. 

Das Alter derer, die sich für die Impfung anmelden können, soll nun nach und nach gesenkt werden. Außerdem müsse man, wie Königsberger-Ludwig betonte, weiter an der Impfbereitschaft arbeiten. Die muss noch steigen, damit die notwendige Herdenimmunität erreicht wird. 

An 700 Standorten wird in NÖ getestet

Neben den Impfkapazitäten sollen auch das Testangebot weiter ausgebaut werden, betonten Pernkopf und Königsberger-Ludwig.

Einerseits würden künftige Öffnungsschritte mit Eintrittstests verbunden sein, andererseits bräuchten Personen in Hochinzidenzgebieten entsprechende Nachweise für Ausreisekontrollen. Derzeit werden täglich 75.000 Tests an rund 700 Standorten in Gemeinden, Betrieben und Apotheken in Niederösterreich durchgeführt. Was die Verwendung der „Nasenbohrer-Tests“ betreffe, warte man auf die Verordnung des Ministerium. Pernkopf forderte hier „rasches Handeln“ ein. 

Insgesamt ortet Königsberger-Ludwig, was die Infektionszahlen betrifft, in Niederösterreich eine leichte Bewegung nach unten. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell 261,5. "Wir haben also noch ein Stück vor uns", sagt Königsberger-Ludwig. Momentan ist es das oberste Ziel, die Auslastung der Intensivstationen zu verringern.