Gastgärten sollen vor Ostern öffnen. Vorarlberg testet Lockerungen ab 15. März. In Niederösterreich soll die Gastro „outdoor“ rund zwei Wochen später wieder aufsperren.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 01. März 2021 (20:35)
Noch sind die Tische leer und Sessel eingewintert. Ende März soll in denGastgärten – etwa hier in der St. Pöltner Innenstadt – aber wieder Leben einkehren. Die Gastronomie darf dann im Freien wieder öffnen.
Max Steiner

Den Nachmittags-Kaffee oder das Feierabend-Bier kann man ab 27. März im Schanigarten genießen. Das ist die gute Nachricht, die die Verkündung der vorsichtigen und regional unterschiedlichen Lockdown-Lockerungen am Montag-Abend brachte.

Johanna Mikl-Leitner pochte auf Lockerungen mit einem strengen Testsystem.
NLK/Burchhart

Nach langen, zähen Diskussionen haben sich die Länder, angeführt von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), in den Gesprächen mit der Bundesregierung durchgesetzt – obwohl Experten mit Blick auf die steigenden Zahlen vor Lockerungen warnten. „Wir wissen, dass es für die Bevölkerung schon ein verdammt langes Jahr ist“, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Montagabend. Deshalb soll es ab Mitte März „outdoor“ erste Öffnungen geben.

Die fallen allerdings geringer aus, als Mikl-Leitner gefordert hatte: Die Gastronomie darf vor Ostern, ab 27. März, nur im Freien wieder aufmachen. Voraussetzung für den Besuch des Gast- oder Schanigartens ist ein negativer „Eintrittstest“. Wann man „indoor“ wieder im Café oder Wirtshaus essen und trinken darf, ist hingegen weiter in Schwebe. Die Rede war von April oder Mai.

"Ein Aufschrei geht durch die Betriebe" Mario Pulker

Entsprechend enttäuscht zeigte sich WKO-Gastro-Sprecher Mario Pulker, der bis zuletzt auf ein Lockdown-Ende für die Betriebe hoffte: „Die Nachricht, dass wir zu Ostern die Schanigärten aufsperren, ist erschütternd für uns. Das ist eine Perspektivlosigkeit, da geht ein Aufschrei durch die Betriebe“. Ähnlich dürfte es in Kinos oder Theaterhäusern sein. Auch sie müssen, genau wie die Hotels, noch zumindest bis April die Leinwand aus und den Vorhang zulassen.

Kleinere Erleichterungen gibt es hingegen für Kinder und Jugendliche: Der Jugend- und Schulsport ist im Freien auch hierzulande schon ab 15. März wieder erlaubt.

Maßnahmen werden regionalisiert

Gleichzeitig kehrt Österreich nun zur Regionalisierung der Maßnahmen zurück. Vorarlberg startet bei den Lockerungen quasi einen Feldversuch. Schon ab 15. März gibt es dort, wie Kurz erklärte, „deutliche Öffnungsschritte“ in Sport, Kultur und Gastronomie. Grund dafür ist die Zahl der Neuansteckungen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz), die im westlichsten Bundesland mit 73,3 österreichweit am niedrigsten ist (siehe Infos unten).

Strengere Einschränkungen soll es hingegen, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz erklärte, ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 400 geben. Anschober sprach etwa von Ausreisetestungen wie in Tirol. Momentan wäre das in Niederösterreich in Wiener Neustadt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 408,2 der Fall.

NÖ hat die höchste Sieben-Tage-Inzidenz

Insgesamt ist NÖ bei der Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner im Ländervergleich am Montagabend Schlusslicht. Die „magische Zahl“ liegt hier mit 194,1 nur knapp unter der 200er-Grenze, bei der die Ampel-Kommission sogar den gegenteiligen Weg, nämlich die Rücknahme von Öffnungen nahegelegt hatte. Gleichzeitig werden hier, zumindest in absoluten Zahlen gerechnet, aber auch die meisten Tests durchgeführt.

Mikl-Leitner betonte schon vor den Gesprächen am Montag, dass „der Tunnelblick alleine auf die Ansteckungszahlen“ kein Gesamtbild ergebe. Man müsse auch die Krankenhäuser im Blick haben. „Da haben wir gerade in den letzten Monaten eine positive Entwicklung mit einem stabilen und niedrigen Niveau von schwer Erkrankten.“ Belegt sind in NÖ aktuell 79 Intensivbetten, das sind rund 43 Prozent aller verfügbaren. Zum Vergleich: Zum Höhepunkt im November waren es 115.

An die älteren Menschen appellierte die Regierung, sich selbst zu schützen, solange sie nicht geimpft sind. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hofft, „dass es nach Ostern besser wird.“ Er glaubt, dass dann schon eine Million Österreicher geimpft sein werden.

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