„Das Land der rauchenden Köpfe“ . Seit 2004 arbeiten in Niederösterreich Studierende, Forschende und Unternehmen im Rahmen des Technopolprogramms zusammen. Heuer wird das Programm 15 Jahre alt: Ein Anlass, um Bilanz zu ziehen.

Von Lara Ritter. Erstellt am 04. Februar 2019 (15:25)
VPNÖ
Niederösterreich hat sich als Wissenschafts- und Forschungsstandort etabliert, betonen VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner und Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann.

Menschen, die kein Joghurt vertragen und nun doch welches essen können. Innovationen wie das bakterienfreie Joghurt, das in Tulln entwickelt worden ist, machen so etwas möglich. Sie entstehen durch die Kooperation von Wissenschaft, Ausbildung und Wirtschaft an vier niederösterreichischen Standorten. Deren Entwicklung treibt das von der EU mitfinanzierte Technopolprogramm seit 15 Jahren voran.  

Doch nicht nur hier wird Wissenschaft und Forschung in Niederösterreich gelebt. Innerhalb von sechs Jahren sind die Forschungsausgaben des Landes Niederösterreich insgesamt um 25 Prozent gestiegen, wie VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag verkündet hat. „Niederösterreich hat sich über die letzten Jahrzehnte weiterentwickelt, vom Agrarland über Industrie- und Dienstleistungsland zum Wissenschafts- und Forschungsland – vom Land der rauchenden Schlote zum Land der rauchenden Köpfe“, so Ebner.

Wissenschaft schafft Arbeitsplätze

Die Köpfe rauchen auch in den 70 Unternehmen, die sich seit dem Start des Technopolprogramms an den Standorten angesiedelt haben. Heute forschen in Wiener Neustadt, Tulln, Krems und Wieselburg insgesamt 1.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im High-Tech Bereich sind durch das Programm 900 neue Arbeitsplätze entstanden.

Da die Zusammenarbeit mit Studierenden zentral für die Technopolstandorte ist, wird verstärkt in die niederösterreichischen Fachhochschulen investiert. In den naturwissenschaftlichen Studienfächern sind seit Herbst 150 neue Studienplätze geschaffen worden. In Zukunft sollen es insgesamt 450 sein.

Das Technopolprogramm feiert 2019 übrigens nicht alleine Geburtstag: Die FH Wiener Neustadt wird dieses Jahr 25, das IST-Austria zehn – hier wird seit Oktober 2018 an einem neuen Laborgebäude gebaut. Die Erweiterung des Campus der FH Wiener Neustadt am Standort Tulln soll dieses Jahr fertig werden.

Infobox: Wissenschaft und Forschung in NÖ

  • 14 Hochschulen mit insgesamt 22.000 Studierenden 
  • Technopole in Wieselburg, Tulln, Krems und Wiener Neustadt: 1.500 Forschende, 3.400 Mitarbeiter 
  • IST-Austria: 50 Professorinnen und Professoren, 360 Forschende, 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 50 Ländern