Länder nahmen an Projekt zur Wahrnehmung der EU teil. Sieben Länder nahmen an einem Projekt zur Wahrnehmung der EU teil. In Österreich führte die Studie „The World of NGOs“ durch.

Von Nina Pöchhacker. Erstellt am 05. Dezember 2017 (01:15)
Symbolbild
APA (AFP)

Stimmt er jetzt, oder stimmt er nicht – der Mythos von der Krümmungsregelung für Gurken? In jeder der Gesprächsrunden des Projekts „Dem Euroskeptizismus auf der Spur“ kam der angeblich vorgeschriebene Krümmungsgrad als Kritikpunkt an der EU zur Sprache.

Christiana Weidel und Hannes Meißner führten in Niederösterreich, zum Beispiel in Pressbaum und St. Pölten, neun Diskussionen mit insgesamt 50 Bürgern zwischen 16 bis 88 Jahren durch. Das Ziel der qualitativen Studie war es „zu eruieren, welche Themen als Erstes mit der EU in Verbindung gebracht werden und woher das Wissen stammt“, wie Christiana Weidel ausführt. Dabei handelt es sich nicht um eine repräsentative Stichprobe, sondern um „eine Stimmung“, betont Hannes Meißner. Die Ergebnisse der Gespräche werden, stellvertretend für Österreich, der Europäischen Kommission präsentiert.

"Negative Themen wurde weit emotionaler debattiert"

Zusammenfassend waren anti- und pro-europäische Haltungen ausbalanciert, aber die Art der Diskussionsführung zeigte Unterschiede auf. „Bei negativen Themen wurde weit emotionaler debattiert. Das war oft nicht nur Ablehnung, sondern Hass“, hebt Meißner hervor. Die häufigsten negativen Assoziationen waren Bürokratie und Lobbyismus. Die Gesprächsteilnehmer mit negativer Einstellung kritisierten, dass die EU für Konzerninteressen die Gesundheit der Bürger riskiere. Der Austritt Österreichs aus der EU wurde jedoch nie erwähnt.

Positive Assoziationen hingegen waren Frieden, Sicherheit und Freizügigkeit: „Studieren, arbeiten, umziehen – alles viel leichter“, wird eine Studentin aus St. Pölten zitiert. Woher Teilnehmer ihr Wissen über die EU hatten, wurde oft mit einem „weiß man halt“ beantwortet.

Selbiges gilt bei Nachfrage über die Gurkenverordnung, die 2009 von der EU aufgehoben wurde. Eine bestimmte Gurkenkrümmung war in Österreich aber schon vor dem EU-Beitritt durch das Qualitätsklassengesetz 1967 vorgeschrieben.