Mehr Demenz-Beratung in Niederösterreich. Für Betroffene und Angehörige gibt es Information über die Hotline und Beratung, die kommendes Jahr auf ganz Niederösterreich ausgeweitet werden soll.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 03. September 2019 (05:49)
NLK/Burchhart
Beim Demenzparcours: NÖGUS-Vorsitzender und Landesrat Martin Eichtinger, Andreas Schneider, Leiter Demenz-Service NÖ, NÖGKK-Direktorin Martina Amler und Gabriele Nemeth, Demenz-Service NÖ.

Rund 22.000 Menschen in Niederösterreich sind von Demenz betroffen. Doch: „Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl bis 2050 verdoppelt“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger. Die Menschen werden immer älter. Und mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Demenz.

„Für Angehörige ist es wichtig, eine Anlaufstelle zu haben“, betont Martina Amler, Direktorin der NÖ Gebietskrankenkasse. Eine solche gibt es mit der NÖ-Demenz-Hotline, die Angehörige und Betroffene auf der Suche nach Unterstützung weitervermittelt. Zu den verschiedenen Institutionen, die sich mit Demenz beschäftigen: von Hausärzten über mobile Dienste oder auch Landesklinken bis hin zu Pflegezentren.

Beratung soll auf ganz NÖ ausgerollt werden

Seit Anfang 2018 lief darüber hinaus in den Bezirken Krems, Lilienfeld, St. Pölten und Tulln ein Pilotprojekt des Demenz Service NÖ, in dessen Rahmen auch Demenz-Beratung angeboten wurde und wird. In den Service-Centern der NÖ Gebietskrankenkassen finden kostenlose, persönliche Beratungstermine statt, zu denen Angehörige und Betroffene einfach kommen können – ohne Voranmeldung. Es gibt aber auch die Möglichkeit von Beratung zuhause.

Das Ergebnis: „Die Expertinnen und Experten des Demenz-Service NÖ konnten mehr als 400 Menschen persönlich oder am Telefon helfen. In Info-Points der NÖGKK fanden 117 Sprechstunden statt, die vor allem eine Unterstützung für Angehörige darstellten“, so Eichtinger und Amler.

2020 soll diese Demenz-Beratung auf ganz Niederösterreich ausgerollt werden. „Das Land Niederösterreich und die NÖGKK nehmen dafür 654.000 Euro in die Hand“, so Eichtinger. Die Info-Points-Demenz-Sprechstunden sollen künftig in allen 24 NÖGKK-Service-Centern angeboten werden.

Wer erleben will, wie es sich anfühlt, dement zu sein, kann im Herbst bei der Tour „Miteinander ins Durcheinander des Alters – das Älterwerden betrifft uns Alle!“ vorbeischauen. Beim Demenzparcours lässt sich etwa ausprobieren, wie es ist, bei spiegelverkehrtem Blick mit Messer und Gabel Essen auf einen Teller zu bekommen.

Darüber hinaus können auch Angehörige und Betroffene zu den Events kommen und sich informieren lassen. Los geht’s am 20. September in St. Pölten.