Der Weg zur eigenen Trafik. Wie wird man eigentlich Trafikant? Eine Frage, die mehr Menschen beschäftigt als angenommen – es ist gar nicht so leicht.

Von Markus Strohmayer. Erstellt am 27. März 2018 (02:25)
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Symbolbild 

Wer in Österreich eine Tabaktrafik betreibt, muss eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Zwar kann sich um ein ausgeschriebenes Tabakfachgeschäft jeder bewerben, Menschen mit Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent werden von der Monopolverwaltung – bei der letztlich die Entscheidung liegt – aber bevorzugt behandelt.

Diese Regelung geht auf die Weltkriege zurück, als Kriegsinvaliden, -witwen sowie Menschen, die im Kampf für ein freies Österreich schuldlos verarmten, ein Auskommen gesichert werden sollte. Trafiken, deren Vergabe auf Lebenszeit erfolgt, galten damals wie heute als sichere Arbeitsplätze. So sicher, dass die Frage „Wie werde ich Trafikant?“ laut Google 2016 in der Kategorie „ungewöhnliche Suchbegriffe“ zu den häufigst getippten Einträgen zählte.

Einwöchiger Grundkurs in der Trafikakademie

Bei Anwärtern, die nicht von einer Erwerbsminderung betroffen sind, stehen die Chancen schlecht. Ausgenommen sind nahe Verwandte von ehemaligen Trafikanten. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen eine Trafik erben.

Zuvor muss aber in einem Bewerbungsgespräch die Monopolverwaltung überzeugt werden. Danach folgt im Rahmen der Trafikakademie ein einwöchiger Grundkurs. Der Fokus liegt hier auf rechtlichem und fachlichem Wissen.

Auch die Praxis kommt nicht zu kurz: In der Rohtabakschulung wird vermittelt, woraus Zigaretten bestehen. Wer die Abschlussprüfung besteht, darf sich Trafikant nennen und fortan Tabakwaren zum regulären Preis verkaufen (bei allen anderen Anbietern sind diese um mindestens zehn Prozent teurer). Allerdings müssen Trafikanten dann in Kauf nehmen, Passivrauch ausgesetzt zu sein. Trafiken sind vom gesetzlichen Rauchverbot nämlich ausdrücklich ausgenommen.