Lehrervertreter nun beim Bildungsminister. Die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer ist am 13. Juni bei Ressortchef Heinz Faßmann. Vorsitzender Paul Kimberger betont, Ziel der Aussprache sei „Plannungssicherheit für den Herbst“.

Erstellt am 06. Juni 2018 (09:09)
Paul Kimberger
SN/APA/GEORG HOCHMUTH

Die Unruhe wegen der ab dem neuen Schuljahr im September gesetzlich vorgeschriebenen Deutschförderklassen für Schüler mit Sprachdefiziten steigt. Vertreter der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer werden jetzt von Bildungsminister Heinz Faßmann für kommenden Mittwoch, 13. Juni, zu einer Aussprache in das Ministerium geladen. Das erklärte der Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft, Paul Kimberger, im Gespräch mit den „Niederösterreichischen Nachrichten“ (NÖN) erstmals öffentlich.

Im ORF-Radio-Morgenjournal wurde berichtet, dass eine Initiative von Direktoren, Lehrern und Eltern, vor allem aus Wien, einen Stopp eigener Deutschförderklassen erreichen möchten. Diese Klassen außerhalb der regulären Klassenverbände sind per Gesetz schon ab dem kommenden Schuljahr einzurichten, wenn ein bestimmter Anteil an Schülern mangelnde Deutschkenntnisse aufweist.


Die Gewerkschaftsvertreter haben schon im Vorfeld des Gesetzesbeschlusses auf Probleme und offene Fragen bei den Deutschförderklassen hingewiesen. Jetzt finden sie mit Verzögerung bei Minister Faßmann Gehör.

"Wir wollen Planungssicherheit für den Herbst"


Für Pflichtschullehrer-Chef Kimberger besteht nach wie vor großer Handlungsbedarf. „Es gibt zahlreiche ungeklärte Fragen, es gibt eine enorme Planungsunsicherheit“, bekräftigt er im NÖN-Gespräch. Die Aussprache mit Ressortchef Faßmann ist für den Nachmittag des 13. Juni fixiert.

Das ist nur wenige Wochen vor dem Schulschluss im heurigen Schuljahr. Kimberger stellt bezüglich der Erwartungen an dieses Treffen klar: „Ziel ist, dass wir Planungssicherheit für den Herbst bekommen.“

"Verunsicherung" vor allem in den Zentralräumen 

Die „Verunsicherung“ bei den Lehrern bezüglich der Deutschförderklassen sei besonders in den Zentralräumen besonders vorhanden, ergänzt er. Kimberger spielt damit darauf an, dass gerade in den Städten Wien, Linz und Graz die meisten derartigen Förderklassen im neuen Schuljahr eingerichtet werden müssen.

Der Beschluss dafür ist erst Mitte Mai im Nationalrat erfolgt. Jetzt läuft den Schulen, den Schuldirektoren und den Pädagogen die Zeit für die notwendigen Vorbereitungen vor den Sommerferien regelrecht davon.

Schüler, die vor allem mit Migrationshintergrund, die nicht ausreichend Deutsch können, erhalten in den Förderklassen getrennt einen gezielten Unterricht. In manchen Gegenständen, wie im Turnunterricht, können die betroffenen Schüler hingegen im bisherigen Klassenverband bleiben. Von Experten, aber vor allem auch von der Oppositonspartei SPÖ gibt es seit Wochen an den eigenen Deutschförderklassen massive Kritik.