Die Hälfte der Maturanten will Abschluss ohne Prüfungen. Etwas über 2.000 Jugendliche nahmen an Umfrage der Landesschülervertretung über die Reifeprüfung teil. Die Hälfte von ihnen bevorzugt eine Matura ohne Prüfung und mit alternativer Beurteilung. 40 Prozent wollen am gewohnten System festhalten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 06. April 2020 (18:53)
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Die Matura wird noch heuer stattfinden - das verkündete Bundeskanzler Sebastian Kurz in einer Pressekonferenz am Montag. Wie und wann ist allerdings weiter offen. Die niederösterreichischen Maturanten sehen diese Ankündigung laut der Landesschülervertretung mit gemischten Gefühlen. 

Eine Umfrage, an der über 2.000 Maturanten teilnahmen, ergab, dass rund die Hälfte aller Befragten, eine Matura ohne Prüfung und mit alternativer Beurteilung bevorzugt. 40 Prozent wollen ihre Abschlussprüfungen wie alle Jahrgänge davor und in gewohnter Weise ablegen. Der Rest der Befragten bewertete die Frage neutral. Auch der Verschiebung der Reifeprüfung auf einen späteren Zeitpunkt mit mehr Vorlaufzeit stehen viele Schüler positiv gegenüber: Etwas weniger als die Hälfte der Befragten wünscht sich das sogar. 

„Die Meinung von Niederösterreichs Schülerinnen und Schüler haben wir nun aufgezeigt. Es gilt weiterhin den Kontakt mit dem Land und dem Bundesministerin zu halten, um die Meinung alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich in intensiven Gesprächen zu vertreten“ kündigte BMHS-Landesschulsprecher Benjamin Koiser. Mit seinen Kollegen der Landes- und Bundesschülervertretung werde er nun alles daransetzen, die Meinungen und Interessen der Maturanten zu vertreten.

"In erster Linie gilt es nun, zumindest einen Teil der Matura, alternativ zu beurteilen und ohne Prüfung stattfinden zu lassen", fordert Koiser. Das würde aus seiner Sicht eine massive Erleichterung zur Folge haben. Außerdem machen sich die Schülervertreter für eine mindestens dreiwöchige Vorbereitungszeit stark. Und: "Die Matura muss, sofern sie stattfindet, in Umfang und Ausmaß gekürzt  und der Bewertungsraster auf alle Fälle angepasst werden", fordern die Schülervertreter. 

Schüler wollen Prüfungen online ablegen

Andere Prüfungen, die notwendig sind, um zu einer Endnote zu kommen, sollen aus Sicht der Schülervertretung online stattfinden - auch um die  Lehrkräfte gesundheitlich nicht zu gefährden. "Die Online Durchführung bringt zudem den Vorteil, dass der Schüler die Prüfung früher ablegen kann und dadurch auch früher Erkenntnis über seine Note bekommt", meint Koiser.