Neustart: Skepsis groß. Nach der Regierungsumbildung werden Teamwork und Neustart gefordert. Die Mehrheit der NÖN-Leser glaubt aber nicht daran.

Von Desiree Haselsteiner. Erstellt am 08. September 2014 (07:45)
Der neue ÖVP-Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner (r.) präsentierte nach der Vorstandssitzung in Linz Hans Jörg Schelling als neuen Finanzminister. Foto: APA/Rubra
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Mit einem Paukenschlag legte Michael Spindelegger vergangene Woche seine Ämter als Vizekanzler, Finanzminister und Parteiobmann der ÖVP zurück. Durch den Tod von Barbara Prammer wurde das Amt der Nationalratspräsidentin ebenfalls neu besetzt: mit Doris Bures. Neuer Vizekanzler und Parteiobmann ist Reinhold Mitterlehner. Leiter des Finanzministeriums ist Hans Jörg Schelling. Neue Gesundheitsministerin ist Sabine Oberhauser, und Alfred Stöger folgt als Infrastrukturminister.

Für Landtagsabgeordneten Anton Kasser war Spindelegger zum Schluss „ein Einzelkämpfer. Ich verstehe, dass er sagt, ich alleine mache keinen Staat. Für ihn persönlich ist es sicher eine sehr schwere Geschichte. Ich hoffe, dass die Fehler der Vergangenheit künftig nicht mehr passieren. Es braucht mehr Geschlossenheit zwischen Land, Bund und auch den Bünden“.

NÖN-Leser rechnen nicht mit Verbesserung

93 Prozent der NÖN-Leser glauben an keine Verbesserung durch die Neuerungen in der Regierung. Politiker hingegen orten einen Optimismus für einen Neustart eher an der Basis.

Hertha Mikesch, Obfrau der Wirtschaftskammer Melk ist positiv gestimmt: „Reinhold Mitterlehner hat ein besseres Standing in den Partei-Gremien, er ist zielstrebig und hat ein Gespür, wo es drückt. Ich traue ihm zu, dass er Einiges verändert.“ Mit Reinhold Mitterlehner als neuem Vizekanzler hoffen viele auf rasche Einigungen und zügiges Vorankommen mit dem Koalitionspartner SPÖ.

St. Pöltens Bürgermeister Mathias Stadler von der SPÖ: „Jetzt ist es notwendig, die angezogenen Bremsen zu lösen, tagespolitisches Hickhack hintan zu stellen und zu einer neuen Form des Regierens zu finden.“ Und SPÖ-Klubobmann Alfredo Rosenmaier: „Jeder Neuanfang birgt eine Chance. Das ist eine der letzten, um endlich die Aufträge zu erfüllen, die die Wähler erwarten!“