SPÖ-Silvan will "Weißen Hof" erhalten. Das Rehabilitationszentrum sei wichtig für viele Patienten. Ergänzend könne man es zu einem Zentrum für Behindertensport ausbauen, schlägt der SPÖ-Nationalratsabgeordnete vor.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. März 2020 (12:52)
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„Wir müssen aufhören, unser Gesundheitssystem kaputt zu sparen“, sagt SPÖ-Nationratsabgeordneter Rudolf Silvan. Der Erhalt von international anerkannten Gesundheitseinrichtungen wie etwa der des Weißen Hofes der AUVA in Klosterneuburg sei für ihn ein Muss. Mittels parlamentarischer Anfrage brachte er im Dezember in Erfahrung, dass das Rehabilitationszentrum 2026 geschlossen werden soll. 

 „Wenn wir jetzt nicht die Lehren aus der Corona-Krise ziehen und unser Gesundheitssystem vor finanziellen Angriffen der Neoliberalen schützen, dann fahren wir es frontal gegen die Wand“, gibt Silvan zu bedenken. Von der ehemaligen türkis-blauen Regierung seien dem Gesundheitssystem durch die Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur Unfallversicherung mehr als 100 Millionen Euro entzogen worden. Nicht vorstellen will sich Silvan, wie es um unser Gesundheitssystem aktuell bestellt wäre, wenn jetzt auch noch die von Kanzler Kurz ursprünglich geplanten Einsparungen in der Höhe von 500 Millionen Euro fehlen würden. „Jetzt ist Schluss“, fordert Silvan. 

„Verhindern wir Zustände wie in Italien“

 
Ein Blick nach Italien zeige laut dem SPÖ-Abgeordneten, welche fatalen Auswirkungen ein überlastetes Gesundheitssystem für eine ganze Region mit sich bringen kann. Einrichtungen wie den Weißen Hof  müsse man laut Silvan erhalten. Mit Wohlwollen hat Silvan die Nachricht des Gesundheitsministers zur Kenntnis genommen, dass dieser einen Runden Tisch zur Nachnutzung des Weißen Hofes einberufen möchte. „Wenn wir gemeinsam die Corona-Krise überstanden haben, bringe ich gerne mein Know-How im Rahmen dieses Runden Tisches ein“ kündigt Silvan an, der Mitglied im Gesundheitsausschuss des Parlaments ist. 

 

 

"Übersiedlung zum Weißen Hof ist für Patienten
Symbol der Hoffnung"

Der Weiße Hof sei als Standort laut Silvan nicht nur für erstklassige medizinische Versorgung und ausgezeichnetes Know-How im Bereich der Rehabilitation bekannt. „Besonders die Langzeit-Reha und die Remobilisation von Unfallpatienten kann am Weißen Hof optimal durchgeführt werden. Rehabilitation im Grünen, gemeinsames Probewohnen mit Angehörigen, Therapiewerkstätten mit Blick auf eine traumhafte Naturkulisse, wandern, schwimmen und vieles mehr ist nur an diesem Standort möglich. Für viele Patienten ist die Übersiedlung zum Weißen Hof hin so etwas wie ein Symbol der Hoffnung“ ist Silvan von der Wichtigkeit des Standortes überzeugt.  

Weißen Hof ergänzend als Zentrum für Behindertensport ausbauen

Eine weitere Möglichkeit zur Nachnutzung des Weißen Hofes hat Silvan ebenfalls parat: „Der Weiße Hof ist eine wichtige Anlaufstelle für viele Behindertensportvereine. Für die verschiedenen Sektionen etwa Tischtennis, Schwimmen oder Rollstuhl-Basketball werden vom Rehabilitationszentrum Weißer Hof Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung gestellt", erzählt er. Und schlägt vor: "Warum baut man die vorhandenen Strukturen am Areal des Weißen Hofes nicht noch mehr aus und errichtet ein international einzigartiges Zentrum für den Behindertensport und seine Athleten?“ Die Wichtigkeit des Weißen Hofes streicht laut Silvan auch der Umstand hervor, dass eine von Patienten initiierte Petition zum Erhalt des Weißen Hofes bereits über 15.000 Unterschriften erzielte.

"Erhalt des weißen Hofes widerspricht Traumazentrum in Meidling nicht
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Dass ein Traumazentrum rund um das Klinikum Meidling sowie die darauf folgende Akut-Reha direkt am Standort Meidling konzentriert werden sollen, entspreche laut Silvan internationalen Standards und sei damit auch sinnvoll. Dies schließe eine Nachnutzung des Standorts Weißer Hof jedoch keinesfalls aus. "Ein Antrag des Verwaltungsrates der AUVA befasste sich bereits 2019 mit der Verlagerung von Rehabetten vom Weißen Hof (Klosterneuburg) in das Rehazentrum Wien Meidling. Hierin wurde die Verwaltung der AUVA beauftragt, Nachnutzungskonzepte für den Standort Weißer Hof zu entwickeln“ erklärt Silvan und hofft: „dass das türkis blaue Kaputtsparen im Gesundheitssystem nun ein Ende hat“.